Der Jogginghosen-Untersuchungsausschuß. Teil 1 – der Beginn.

Nächtliche Skyline einer Großstadt:
Sonore Stimme aus dem Off:
„Das Rechtssystem kennt zwei wichtige voneinander unabhängige Meinungen, die abweichen: Diejenigen, die eine Jogginghose außer Hause tragen und diejenigen, die sie nur im häuslichen Umfeld tragen. Dies ist ihre Geschichte.“

*pam-pam-dada-dada-daaa / pam-pam-dada-dada-daa / *Klarinettengedudel* / *einzelnes Gitarrensaitengezupfe*

Um die Frage nach der Trageweise der Jogginghose ein für allemal zu klären, und in Zukunft viele (unnötige) Diskussionen auf twitter direkt im Keim zu ersticken, schien es geboten, einen Untersuchungsausschuß einzuberufen, der diese Frage behandeln sollte. Da es kein politischer Ausschuß sein konnte, der unter Umständen hätte voreingenommen und parteiisch hätte sein können, wurde das nächst beste Gericht gesucht und gefunden.
Das Zufallslos(!) fiel auf das Konzessionsgericht der Admiralität – aufgrund des Schneechaos war es auch als einziges in der Lage, vollständig zusammen zu treten und hatte darüber hinaus auch die Lizenz zum „Untersuchungsausschuß zur Rechtsfindung in unklaren Lagen.“

Da kein klassischer Rechtsstreit zwischen Kläger und Beklagtem bzw. Staatsanwaltschaft und Angeklagtem war, sondern zwischen zwei gegensätzlichen Meinungen eine Lösung gefunden werden mußte, gab es einen Rechtsanwalt und einen Linksanwalt. Die Benennung dieser beiden „Pflichtverteidiger“ resultierte aus der Sitzordnung vor dem Richter.
Der Rechtsanwalt hatte die Aufgabe, die Meinung zu vertreten, Jogginghosen können immer und überall von jedem getragen werden, während der Linksanwalt die Meinung zu vertreten hatte, das man bei Jogginghosen gesellschaftliche, ästhetische und terminliche Konzessionen machen müsse.
Aufgrund meines tweets vom 30.1.2019 war ich als Zeuge des Linksanwalts geladen.

Bis kurz vor dem Beginn der Verhandlung war nicht klar, wer als Richter fungieren würde.
Da ich #ausgründen darauf bestanden hatte, das niemand aus Snöfland an diesem Ereignis teilnehmen sollte, so konnte Herr Weitwinkel schon mal nicht der Richter sein. (Dann hätten wir die Sache gleich vor dem snöffischen Landgericht abhandeln können). Daher auch die verzweifelte Suche nach einem neutralen Gericht, das gerade kurzfristig Zeit hatte und zu erreichen war.

Fünf Minuten, bevor es losging, stand ich vor dem kleinen klassiszistischen Gerichtsgebäude, rauchte eine Zigarette, als der Linksanwalt zu mir gehastet kam:
„Ich weiß jetzt, wer die Verhandlung leiten wird!“
„Und, wer ist es?“ fragte ich ganz unbefangen.
„Admiral Sir Alexander Lord of Pimmoth, 147. Viscount of Nossex. One of Nelson´s own.“
„Ach du scheiße…!“ entfuhr es mir. „Der Mann ist 286 Jahre alt. Das wird doch nie was?!“
Der Linksanwalt zuckte nur mit den Schultern. „Warten wir es ab.“

Im Gerichtssaal versammelt, wartete schon das Publikum. Der Schreiber, der Rechtsanwalt und der Linksanwalt nahmen mit ihren schwarzen Talaren und weißen Perücken(Modell „Zöpfchen hinten, zwei Rollen über den Ohren“) auf ihren Plätzen platz – und ich setzte mich auf meine vier Buchstaben.
„Es ist ein Zank um des Kaisers Bart. Alles nur wegen eines tweets um Jogginghosen.“ dachte ich bei mir. „Aber was solls – vielleicht muß diese Frage ein für allemal geklärt werden, und es werden in Zukunft diese und ähnliche Diskussionen weniger.“ hoffte ich im stillen weiter.

Die Tür des Richterzimmers ging auf.
Der Saalsprecher rief: „Erheben Sie sich für seine Gnaden, den Richter Admiral Sir Alexander Lord of Pimmoth, 147. Viscount of Nossex!“
Und dann kam er. Er, der darüber würde entscheiden müssen, wie in Zukunft mit dem Thema „Jogginghose“ würde umzugehen sein: Ein vom Alter gebeugter und dünner Mann. Dessen runzeliges, eingefallenes graues Gesicht fast schon wie ein Totenschädel wirkte, wären da nicht die blitzenden listigen Augen gewesen. Er trug neben seiner Admiralsuniform (von 1805) eine voluminöse Perücke (das Model „links und rechts eine Lockentreppe vom Mittelscheitel abwärts), und stützte sich auf einen Gehstock mit goldenem Knauf.
Endlich an seinem Richtersitz angeschlurft und dort sitzend, machte er ein huldvolles Zeichen, das man sich wieder setzen könne.
Dann hüstelte und räusperte er sich mehrmals, und begann mit etwas heiserer Stimme:
„This court is now in charge and in session“ – er klopfte mit dem Hammer auf sein Pult „…über das Thema der …der ..der Jogginghose!“ röchelte er.

„Na das kann ja heiter werden!“ seufzte ich

…to be continued…

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Das *andere* Land – Teil 3: Die Gräfin aus der Nachbarschaft.

Unweit des Dorfes „Wiezethal“, in dem sich Jens gerade niedergelassen hatte, gab es an der Straße zur Kreisstadt „Müssen“ einen auf der Landkarte vermerkten Wohnplatz. „Gut Synderhof“.

Gut Synderhof war von allem etwas: Bauernhof, Gutshof, Gestüt. Ein land- und forstwirtschaftlicher Betrieb, mit riesigen Liegenschaften.
Hier residierte „Katharina Friederike Gabriele von Niederzollern zu Gräfenberg“. Von allen anderen nur „Frau Gräfin“ gerufen. Von den wenigen Freunden „Gabi“, von ihrem Fickstück „Herrin.“

Die Gräfin betrieb mit ihrer „lockeren Lebenspartnerin“ und Gutsverwalterin unter anderem eine Reitschule.
Das heißt, die jungen Mädchen im Kichererbsenalter aus der Umgebung kamen nach der Schule zum Gut um „ihre“ Pferde und Ponys zu striegeln und auszureiten.
Was von den Heranwachsenden sorgsam getrennt war, und von der Gräfin als einträgliche Nebeneinnahme verbucht wurde, war die Tatsache, daß erwachsene Frauen eckiges Geld dafür bezahlten um ein „Reiterwochenende“ auf Gut Synderhof zu verbringen.
Allerdings handelte es sich hierbei darum, daß diese Frauen sexuellen Umgang mit den Zuchthengsten suchten – und dank der Gräfin auch fanden.
Was das betrifft war Gut Synderhof ein „Geheimtipp“ unter diversen Frauen. Und dann hatte Gut Synderhof noch eine weitere, noch geheimere Funktion: Hier befand sich eine kleine Ausbildungsstätte des ZA. Aber davon später vielleicht mehr.

Die Gräfin saß mit ihrer Gutsverwalterin beim nachmittäglichen 15.30-Uhr-Tee.
Auf dem Tisch stand das gute Porzellan und eine Gebäck-Etagere.
Unter dem Tisch kniete angekettet das kahlgeschorene Fickstück der Gräfin.
Während diese vielleicht etwas steif in ihrem Bleistift-Rock-Kostüm mit weißer Bluse auf dem Sofa bei jedem Schluck aus der Tasse den kleinen Finger abspreizte, wie sich das für höhere Damen gehört, so saß ihre Gutsverwalterin recht gemütlich im Sessel.
Cordula von Mackensen, so der Name der Gutverwalterin, war Diplom-Agrarökonomin. Und sie sah aus, wie die klischeehafteste ostpreußische Junker-Bitch der 20iger Jahre.
Kurze Haare, braune Reiterstiefel, Breecheshosen und ein weißes Männerhemd ohne BH darunter. Drei Knöpfe offengelassen. Sie machte sich nichts daraus, das man ihren recht flachen Busen sehen konnte. Die Gräfin bestand sogar darauf.
Cordula trank ihren Tee nicht aus dem feinen Porzellan. Sie bestand auf ihrem verbeulten Aluminiumbecher. Und eben diesen hielt sie in der einen Hand, während sie mit der anderen eine Zeitschrift hielt. Das „Auslandsjournal“.

„Gabi…hier hörmal“, Cordula war über einen Artikel aus Deutschland gestolpert. „Das mußt du dir anhören: Von unserem Korrespondenten aus der Bundesrepublik Deutschland: Die Gesellschaft in der Bundesrepublik erfährt zur Zeit tiefgreifende Veränderungen. […] Spaltung in zwei Lager: Die guten und die bösen. Wer Neger sagt, ist böse, ist ein Nazi […]“
„Nazis? fragte die Gräfin irritiert, und versuchte sich an ihren Geschichtsunterricht zu errinnern. „Das waren doch diese Verbrecher, die die Juden und die Polen massakriert haben, oder?“
„Ja… aber paß auf..hier steht weiter: „wer das Wort Neger verwendet, oder Angehöriger des Militärs ist, oder christlichen Traditionen und Werten anhängt, wird von den guten Menschen den bösen Menschen zugerechnet. Umgekehrt, wer sich für die Integration der geflüchteten Syrer und Neger einsetzt, oder das dritte, neutrale Geschlecht propagiert, oder aber muslimische Speisevorschriften öffentlich berücksichtigt, wird von den bösen Menschen zu den guten Menschen gerechnet. So ist aber auch derjenige, der eine gewöhnliche Zigarette raucht böse, wer hingegen Rauschgift-Zigaretten raucht (sogenannte Joints) ein guter Mensch.“
„Was? Drittes Geschlecht?“ die Gräfin runzelte die Stirn.
Cordula zuckte ratlos mit den Schultern. „So stehts hier. Anscheinend gibt in Deutschland noch mehr als Männlein und Weiblein. Was weiß ich…“
„Und Joints sind gut oder was? Ich mein, Speisevorschriften aufgrund der Religion lasse ich ja noch angehen. Dann gibts halt kein Schwein für die, die es nicht dürfen… aber…lies weiter…!“

Und so las Cordula Gabi, der Gräfin, den ganzen Artikel vor. Der Korrespondent hatte es sicherlich gut gemeint, aber da die Kontakte nach Deutschland noch nicht so lange bestanden (Jens war ja erst vor kurzem als einer der ersten Ausländer ins Land gekommen), hatte aber in seiner Naivität ein Bild gezeichnet, das vielleicht „etwas“ verzerrt war.
Und bei jedem Abschnitt, den Cordula vorlas, war die Gräfin irritiert.
„Was? Frauen in Deutschland fühlen sich sexuell belästigt, wenn ihnen ein Mann hinterherpfeifft?“
„So stehts hier.“
„Ich wäre persönlich angepißt, wenn die Männer mir nicht hinterherpfeiffen würden!“ die Gräfin rollte mit den Augen.

„So stehen sich unvereinbar die Lager der guten Menschen und der bösen Menschen in Deutschland gegenüber. Die ersten sammeln sich unter der Flagge grünen Partei, die letzteren unter der der blauen Partei. Und da aufgrund des Lagerkampfes die große Masse sich nicht mehr traut, eine eigene Meinung zu haben, da man sofort von einer Seite in die andere gestellt werden würde, verlieren die Parteien der Mitte, so die Arbeiterpartei (SPD) fortlaufend an Zustimmung. […]
Da durch das Internet und die Globalisierung eine Individualisierung in der deutschen Gesellschaft Einzug gehalten hat, es keine „soziale Klammer“ mehr gibt,
keine Parteien, keine Religionsgemeinschaften und keine Gewerkschaften, und einjeder „sein Ding“ macht, ist diese Gesellschaft paradoxerweise sehr anfällig geworden für eine Spaltung. Auch durch das schlechte Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der letzten Weltmeisterschaft bei gleichzeitig immer mehr kommerzialistiertem und hashtaggisierten Auftreten derselben, ist den Menschen in Deutschland das letzte verbindende Element genommen worden. Eines der größten Probleme in Deutschland bleibt aber der Fremdenhaß, besonders in den durch Sozialismus atheistisch gewordenen Ostgebieten.“

Irgendwann hatte die Gräfin genug.
„Hör auf. Das ist ja nicht zum aushalten. Wenn ich eine Zigarette in einem Dieselauto rauche, bin ich böse, wenn ich als Frau in Männerkleidern die Herrentoilette benutze, einen Joint rauche und Atheistin bin, dann bin ich gut? Und weil ich Lesbe bin, bin ich gut, aber wenn ich mich von Männern anpfeifen lasse, bin ich wieder böse? Wie kann man denn da etwas gegen Fremdenfeindlichkeit machen, wenn ich aufgrund meines Lebenswandels von den guten für böse gehalten werde, oder für die Integration, wenn ich wegen zweierlei Sorten Wurst von den bösen für gut gehalten werde?“

Sie hoben die Kaffee, besser gesagt die Tee-Tafel auf.
„Ich muß noch nach unserer Betty sehen. Lange kann es nicht mehr dauern, bis das Fohlen da ist.“ Cordula stand auf. Sie kümmerte sich um fast alles auf Gut Synderhof – aber die Stute Betty lag ihr ganz besonders am Herzen.
„Ich hab dem Tierarzt schon bescheid gesagt…“ murmelte die Gräfin gedankenversunken. Sie war durch den recht verwirrenden Zeitungsartikel ins grübeln gekommen.

Am nächsten Morgen, das Fohlen ließ noch auf sich warten und die Gräfin hatte unruhig geschlafen, saßen sie wieder zu dritt beim Frühstück.
Cordula fiel auf, das die Gräfin immernoch innerlich „auf etwas herumkaute“.
„Was ist los? Irgendwas beschäftigt dich doch?“
„Na der Artikel. Was du mir gestern vorgelesen hast…“
„Ich glaube, daß das nur die halbe Wahrheit ist. Die Menschen in Deutschland sind wahrscheinlich genauso normal wie wir.“
„Wir müßten uns mal mit einem Deutschen unterhalten. Jemand, der von da ist. Ich bin neugierig geworden.“
Cordula hielt inne, als sie gerade ihre Aluminiumtasse am Spülbecken abtrocknen wollte. „Du…warte mal….ich glaube hier wohnt sogar einer?!“
„Was?“
„Na ein Deutscher. Aus der Bundesrepublik. Der ist neu hierher gezogen, so wie ich das im Dorf so gehört habe. Als ich neulich beim Arzt war, hab ich den glaube ich sogar gesehen. Da saß der im Wartezimmer. Stell dir vor, der hatte Turnschuhe an! Und sein Hemd hing über die Hose. Als erwachsener Mann am hellichten Tag!“
„Oh Gott…?!“
„Ja…wenn ichs dir sage!“
Die Gräfin überlegte. „Hm… ungeachtet eines solch exzentrischen Erscheinungsbildes möchte ich diesen Mann trotzdem kennenlernen. Wir laden ihn ganz unverbindlich zum Kaffee ein. Sonntag Nachmittag.“
„Wenn du meinst…“ Cordula zog die Augenbrauen nach oben.
„Ja ich meine! Man verschafft sich am ehesten Klarheit und überwindet Vorurteile, wenn man sich traut auf unbekanntes zuzugehen!“
„Oh Gott..Frau Gräfin hat ihren philosophischen Tag!“ scherzte Cordula.
„Werd nicht frech, Mädchen!“ die Gräfin hob ebenso scherzend den Zeigefinger. „Sonst kannst du mal nen Tag mit dem Fickstück hier tauschen!“
Dabei tätschelte sie liebevoll den kahlrasierten Kopf ihrer Sklavin, die zu ihren Füßen auf dem Küchenboden ihr Frühstück aus dem Napf schlabberte.

So kam es denn, das unserem Einwanderer Jens, am nächsten Tag eine Einladung in den Biefkasten flatterte.

…to be continued…

Bertolt Brecht: Über die Verführung der Engel

Poeta che mi guidi

Engel verführt man gar nicht oder schnell.
Verzieh ihn einfach in den Hauseingang
Steck ihm die Zunge in den Mund und lang
Ihm untern Rock, bis er sich nass macht, stell
Ihn das Gesicht zur Wand, heb ihm den Rock
Und fick ihn. Stöhnt er irgendwie beklommen
Dann halt ihn fest und lass ihn zweimal kommen
Sonst hat er dir am Ende einen Schock.

Ermahn ihn, dass er gut den Hintern schwenkt
Heiß ihn dich ruhig an den Hoden fassen
Sag ihm, er darf sich furchtlos fallen lassen
Dieweil er zwischen Erd und Himmel hängt –

Doch schau ihm beim Ficken nicht ins Gesicht
Und seine Flügel, Mensch, zerdrück sie nicht!

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Das *andere* Land -Teil 2- „Jens findet ein zu Hause“

Es war einmal ein Tal. Ein liebliches Mittelgebirgstal, in dessen Mitte sich ein kleiner Bach durch die Auen windete. Entlang des Baches führte eine gepflasterte Landstraße und eine eingleisige Bahnlinie.
Und dort, wo sich das Tal immer weiter verengte, und der Bach aus den bewaldeten Bergen heraustrat, dort lag zu beiden Seiten des Baches der kleine Ort „Wiezethal“.
Eine einzige sehr alte Brücke aus Bruchsteinen (max Belastung 7,5to) verband die beiden Ortsteile. Mit diesen beiden Ortsteilen hatte es eine besondere Bewandnis, denn hier trafen die beiden Provinzen aufeinander. Auf der einen Seite das Land des Schnuffelns, auf der anderen Seite das Land des Spankings.
Auf der einen Seite lag Snöfland, auf der anderen Seite die Hauptprovinz.

Genau genommen führte die Provinzgrenze mitten durch den Ort, mitten durch die Grundstücke mit ihren Gärten und Häusern.
Das führte dazu, das es in den beiden Ortsteilen unterschiedliche Telefonnummern und auch zwei unterschiedliche Postleitzahlen gab. Ebenso unterlag der eine Teil des Ortes dem snöffische Landrecht (und damit waren seine Bewohner Untertanen ihres Grafen), der andere, größere Teil des Ortes hingegen gehörte zu einem ganz normalen Landkreis mit gewähltem Kreistag.
Dennoch bildete Wiezethal eine einheitliche Gemeinde.

Erst vor zwei Jahren, 2016, war Wiezethal an das Schienennetz angeschlossen worden, und man konnte nun aus dieser ländlichen Beschaulichkeit in nur 26 Minuten in die große Hauptstadt fahren.
Etwas oberhalb der Ortsmitte führte eine Wohnstraße mit Einfamilienhäusern den Berghang entlang. Südlage.
Die Häuser mit ihren spitzen Giebeln schienen alle zwischen 1935 und 1955 erbaut zu sein. Mit einer Ausnahme: ein recht moderner Bungalow mit Swimmingpool. Heim der Familie Heinemann. Aber eins nach dem anderen.
Das nächste Haus in der Sonnenbergstraße war das leerstehende Haus des verstorbenen Professor Pastorius – einem Altphilologen und Althistoriker, der eines Tages, nach einem langen erfüllten Akademikerleben, inmitten seiner Studien und Aufzeichnungen sanft dem Herrn entschlafen war.
So unterschiedlich die Provinzialzugehörigkeit der Grundstücke in Wiezethal war, so heterogen war auch die Zusammensetzung der Bevölkerung. Denn im letzten Haus in der Sonnenbergstraße wohnte der Arzt des Dorfes mit seiner Lebensgefährtin: Dr. Friedrich Hummelmann und Frl. Irma Witte.
Doktor Hummelmann war ein großer stattlicher dunkelbrauner Hamster von fast 1,80m, der stets einen Gehrock mit Weste und Fliege zu tragen pflegte. Irma hingegen war eine ganz normale menschliche Frau, mit runden drolligen Gesicht, runder knubbeligen Nase, die stets ein paar Stücke selbst gebackenen Apfelkuchen vorrätig hatte. Ihre grauen Haare waren zu einer wilhelminischen Damenfrisur frisiert – und da sie nicht nur Doktor Hummelmanns Lebensgefärtin sondern auch seine Sprechstundenhilfe, Gemeindeschwester, Hebamme und Kindergärtnerin des Ortes war, trug sie eigentlich immer eine weiße Kittelschürze.

Wie Jens nach Wiezethal gekommen war, bleibt im nebulösen Dunkeln der Erzählkunst. Er stand jedenfalls vor dem letzten Haus in der Sonnenbergstraße. Dr. Linde hatte ihm die Adresse auf einen Zettel notiert.
Er verglich noch einmal die Anschrift mit dem Emailleschild, das am Jägerzauntörchen des Anwesens hing: „Dr. Friedrich Hummelmann, Medicus. Alle Rassen. Termine und Hausbesuche nach Vereinbarung.“
Nun denn. Er öffnete das Törchen und ging zur Haustüre, und klingelte. Der Klingelknopf war ein schwarzer Bakkelitdruckknopf in einer weißen runden Bakkelitfassung. „Praxis“ war mit Schreibmaschine auf einen Zettel geschrieben, der nun in einem vergilbten Zellophanfenster unter dem Knopf in der Fassung eingelassen war.
Es klingelte im Inneren schrill. Nach wenigen Augenblicken wurde die Tür geöffnet. Jens sah in das runde drollige Gesicht von Irma Witte. Ehe er etwas sagen konnte, kam sie ihm zuvor: „Die Sprechstunde ist gerade vorbei. Kommen sie morgen früh wieder, oder lassen Sie mir ihre Adresse da, dann kommt der Herr Doktor heute Nachmittag bei Ihnen vorbei.“
„Ich will eigentlich nicht in Behandlung. Es geht um ein Haus…“ antwortete Jens zögerlich „…Der Herr Linde hatte mir Ihre Adresse..:“ weiter kam er nicht.
Irma schlug vor Freude die Hände über dem Kopf zusammen. „Ach…ach ach… Dann sind Sie der Herr Bauer, der wegen dem Haus vom alten Pastorius kommt?!“ Irma hatte ohnehin das Gesicht einer liebenswürdigen Oma, aber nun lächelte sie breit über beide Backen.
„Dann kommen Sie herein, nehmen Sie im Wartezimmer Platz, der Herr Doktor kommt gleich!“
Jens folgte ihr, und setzte sich in das Wartezimmer. Der Unterschied zu den Wartezimmern in Deutschland war unübersehbar: Nicht nur, das die Möbel allesamt aus dem Jahre 1952 entlaufen zu sein schienen: eine grün-goldene gemusterte Venyltapete und eine neoklassizistische Standuhr (wahrscheinlich aus Sumpfeiche) sowie ein Bücherregal bildeten ein recht gewöhnungsbedürftiges Ensemble, für jemanden, der aus dem vollvernetzten sterilweißen Berlin des Jahres 2018 kommt.
Ein großes Fenster, es reichte von der Decke bis an den Parkettboden, gab den Blick in einen Obstgarten frei.
Während Ärzte in Deutschland ihre Wartezimmer mit den möglichst furchtbarsten Ergüssen moderner Kunst vollzuhängen scheinen (wahrscheinlich, damit die Patienten sich noch kranker fühlen, als sie ohnehin schon sind), schien dieser Dr. Hummelmann eher ein Freund der klassischen Landschaftsmalerei zu sein.
Aber ehe sich Jens in diesem, für ihn sehr schrecklichen Stilensemble, weiter umschauen konnte, holte ihn die Standuhr aus seinen Gedanken. Sie schlug zwölf mal: Mittag.
Auf der dem Eingang entegen gesetzten Seite des Raumes wurde eine Schiebetür aufgeschoben. Sie quietschte etwas. Jens sah zuerst nur den Rücken einer Frau, und aus dem Hintegrund hörte er eine Stimme: „Wenn Sie solche Praktiken weiter auszuüben gedenken, müssen sie mit Blutergüssen rechnen, gnädige Frau! Achten Sie deshalb darauf, das Sie die Stellen gründlich desinfizieren, bevor Sie die Salbe auftragen. Aber in einer Woche sollten Sie beschwerdefrei sein, nämlich!“
„Danke Herr Doktor!“ Die Frau drehte sich um, und verließ eiligen Schrittes das Wartezimmer, ohne Jens auch nur mit einem Blick zu würdigen.
Hohe braune Lederstiefel, Breecheshosen, weiße Bluse: Für Jens bestand kein Zweifel: Auch diese Frau entstammte einem Film-Set. Er blickte ihr nur kurz hinterher, als seine Aufmerksamkeit wieder in die andere Richtung gelenkt wurde.
„Ach…noch ein Patient? ich habe eigentlich jetzt Mittagspause…“
Jens drehte sich um, und erschrak: Ein Hamster. Ein 1,80m großer dunkelbrauner Hamster! Im Gehrock! …offenbar war dieser gerade dabei gewesen, sich einen weißen Kittel auszuziehen.
„Ähm…Sie…sind…der Dr. Hummelmann?“ fragte Jens ungläubig.
„Der bin ich allerdings!“
Jens war perplex. Er hatte zwar schon auf dem Flug, pardon, Lufthafen aus größerer Entfernung ein humanoides Capybara im Frack gesehen, aber nun einem solchen Fabelwesen leibhaftig gegenüberzustehen und sich mit ihm zu unterhalten, das war etwas anderes.
Irma kam im richtigen Augenblick in das Wartezimmer gelaufen „Friedrich, das ist der Herr Bauer, der sich für das Haus vom alten Herrn Pastorius interessiert!“
„Achsooo, ja dann!“ Dr. Hummelmann reichte Jens seine rechte Hamsterpfote, die dieser immer nochreichlich verwirrt aber automatisch schüttelte.
„Dann werde ich Ihnen wohl das Haus zeigen wollen. Warten Sie einen Moment, ich hole den Schlüssel, sobald ich aus diesem Kittel…ächz…njech…“ er hatte irgendwie den Ärmel des Kittels verdreht, und Mühe ihn auszuziehen.
„Friedrich du bist ein alter Zausel!“ sagte Irma, während sie ihm half, den Arztkittel auszuziehen.
„Und du hast heute Nachmittag deinen Kurs?“ antwortete er, ohne darauf einzugehen.
„Ja allerdings. Deswegen habe ich heute auch nicht gekocht!“ sagte sie, als sie seinen Kittel endlich von ihm geschält hatte, und ihn an den Kleiderhaken im Wartezimmer hing.
Dr. Hummelmann wandte sich an Jens: „Dann werde ich Ihnen nicht nur das Haus zeigen, sondern auch unseren Ort und lade Sie zum Essen ins Gasthaus ein, nämlich!“
„Danke, das ist aber nicht notwe..“
Hummelmann wehrte ab: „Keine Widerrede, Sie sind mein Gast…!“

Als sie ein paar Augenblicke das Haus verließen, konnte es sich Jens nicht verkneifen zu fragen, was es denn mit dem „alle Rassen“ auf dem Schild für eine Bewandnis hatte.
Dr. Hummelmann war sichtlich irritiert. „Ähm…nunja…wie Sie sehen können, bin ich ein Hamster. Aber da hich nunmal hier in der Hauptprovinz lebe, wo fast ausschließlich Menschen wohnen, ist der Hinweis, das ich alle Bewohner unseres Landes behandeln kann, durchaus nützlich.“
„Verstehe…“
Wie bereits erwähnt, lagen die beiden Grundstücke direkt nebeneinnander – was Jens zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wußte.
„Ach…gleich das hier?“ fragte er verwundert, als Hummelmann das Tor zum Nachbargrundstück öffnete.
„Ja genau…wir sind Nachbarn. Das erspart Ihnen schonmal einen langen Weg zum Arzt, hihi!“ Hummelmann machte diese „lustige“ Bemerkung, da er sich richtig freute, das sich jemand für das Haus des alten Pastorius interessierte.
Gleich als sie im Flur standen, bemerkte Jens dieses eigentümlichen Geruch, der von alten leerstehenden Häusern ausgeht. Aber dieser Geruch…der hatte noch etwas anderes. Es roch… ein bißchen wie damals in der DDR. Wie bei seinen Großeltern.
„Sooo…dann zeige ich Ihnen mal alles!“ Hummelmann war wirklich froh, jemandem das Haus zeigen zu können.
„Der Fernsprecher hier, der gehört zum Haus. Die Leitung ist jetzt natürlich tot, da müssen wir erst zum Postamt, damit die Reichspost den Anschluß wieder freischaltet. Aber die Rufnummer ist 7-9-8. Das weiß ich noch.“
Die Rufnummern in diesem Land werden, zumindest in den ländlichen Gebieten, nicht nach Teilnehmer neu vergeben, sondern sind fest mit dem Anschluß verankert. D.h. wer in eine neue Wohnung zieht, erbt die Nummer des Vorbewohners.
Eine dreistellige Rufnummer! Jens wähnte sich auf einer Zeitreise.
Hummelmann deutete auf das Telefon.
Mit einer Mischung aus Belustigung und Fassungslosigkeit weitete Jens die Augen: Zum einen stand da ein kleines Tischlein. Gelsenkirchener Barock. Es hatte eine Platte aus dunkelgrün-schwarz geaderten Marmor. Und auf dieser Platte stand: Ein Telefon. Ein großes, schwarzes Telefon. Mit Wählscheibe. der voluminöse Hörer war mit dem Apparat nicht nur mit einem gerollten Kabel verbunden, nein, dieses Kabel war nicht aus Gummi, sondern aus Kordelstoff. Ein solches Monstrum an Telekommunikationstechnik kannte er nicht einmal aus seiner Jugend in der DDR. Das Ding ähnelte eher einem W-36, einem deutschen Vorkriegsmodell!
Für jemanden, der es gewohnt ist, bargeldlos im Supermarkt mit seinem Smartphone zu bezahlen, mit seinem Smartphone die gesamte Hauselektrik zu steuern und alles aus dem Internet zu streamen war das hier der technologische Supergau.
Aber andererseits: War es nicht sein Job, in diesem Land das Internet und die dazugehörige Infrastruktur zu etablieren? Im Geiste stellte er sich schon vor, wie anstelle dieses alten Telefonapparates eines Tages ein Router mit touchscreen stehen würde – vorausgesetzt die Leitung ließ Internet überhaupt zu.

Und so zeigte ihm Hummelmann alle leerstehenden Räume. In jedem Raum gab es Parkettboden. Ohne Kratzer. Die Wände schienen alle neu gestrichen zu sein. Und dennoch: überall lag dieser Mief von „leerstehendem alten Haus“. Die Treppe zur oberen Etage war vielleicht etwas eng, und sie knarzte unter jedem Schritt. Dafür war aber auch ein langer Läufer von oben bis unten über die Stufen gespannt, der auf jeder Stufe von einer Messingstange in Position gehalten wurde.
Die Zimmer waren überraschenderweise gut geschnitten. Aber mit einem innerlichen „Ohjee..“ nahm Jens zur Kenntnis, das es vergleichsweise wenige Steckdosen gab. Diese waren aber, ebenso wie die Lichtschalter, in runden Aufputz-Bakkelitkörpern. Die Verkabelung war ebenso über der Putzschicht, aber unter der Tapete. Das heißt, man konnte den Verlauf einer jeden elektrische Leitung als gerade Wurst unter der Rauhfasertapete nachverfolgen.
„Hier ist der Sicherungskasten.“ Hummelmann klappte in der Wand des oberen Treppenhauses eine Abdeckplatte zur Seite.
Jens sah das, was er bereits erwartet hatte: Einen schwarzen Kasten, in dem viele weiße Keramiksicherungen steckten. Und als i-Tüpfelchen war über jeder Sicherung ein vergilbeter Zettel geklebt, auf dem in Sütterlin(!) die Bestimmung der einzelnen Sicherung stand „Herd“, „Flur“, „Schlafzimmer“ usw.
Der eigentliche Schock kam jetzt erst: Als nämlich Jens mit einem süffisanten Lächeln bemerkte „ach… noch alles alte Technnik“, drehte sich Hummelmann verwundert zu ihm um.
„Wie? alt?“ Hääää? Nachdem dem alte Herr Professor verstorben war, haben seine Erben und ich als Nachlaßverwalter das Haus komplett ronvieren lassen. Die Leitungen sind alle neu gemacht, und auch der Sicherungskasten. Sehen Sie, hier die zwei Ersatz-Sicherungen sind noch in der Originalschachtel! Es ist alles ganz neu!“
Jens fielaus allen Wolken. „Neu? Sie wollen mir sagen, daß das hier neu ist?“
„Ja natürlich. Ich würde Ihnen doch kein unrenoviertes Haus vermieten wollen!“ Hummelmann war unsicher. Er wußte nicht, durch was er seinen potentiellen neuen Nachbarn und Mieter so entrüstet haben mochte.
„Und andere Sicherungen…mit Kippschalter..gibt es sowas hier?“
„Kippschalter? Hääää? Die Sicherungen haben einen Druckknopf, und werden, wenn sie gewechselt werden müssen, aus dem Gewinde geschraubt..“
„Ja…ich kenne solche Sicherungen.“ Jens winkte ab.
Oooohhh jeeee… hier war einiges zu machen. Drei PCs, der Flachbildfernseher und der Thermomix und den ganzen anderen Kram hier anzuschließen, könnte zu einer Herausforderung werden.
„Gefällt Ihnen das Haus nicht?“ fragte Dr. Hummelmann vorsichtig.
„Dochdoch.. schon.. was stellen Sie sich denn als Miete vor?“
„Nun…sagen wir 275 Mark im Monat.“
Jens rechnete kurz nach. „Das sind dann 550 Euro…wieviel Quadratmeter sagten Sie noch gleich?“
„Das sind Einhundertsiebenundzwanzig, den Garten und die Garage nicht mitgerechnet.“
„Und die Nebenkosten?“
„Hääää?“ Dr. Hummelmann wurde wieder unsicher, und legte seinen großen Hamsterkopf in die Schräge. „Was sind Nebenkosten?“
„Na für Heizung, Strom, Wasser, Gas…“
„Achsooo…aber das ist doch schon alles in der Miete mit enthalten, mein lieber Herr Bauer! 2,75Mark für die Müllabfuhr, 12 Mark für Wasser und Strom, 6,75Mark Gemeindekassenzuschlag – nur die Fernmeldegebühr für den Telefonapparat kommt noch hinzu. Das sind aber auch nur 4,75Mark.“
„Ich nehms!“ Jens dachte sich, das er bei seinem Gehalt plus Auslandszulage nicht so schnell derart günstigen Wohnraum bekommen konnte. Er würde sich eine goldene Nase verdienen, bei so geringen Kosten.
„Juhu!“ freute sich Dr. Hummelmann. „Dann sage ich einmal: „Herzlich Willkommen, Herr Nachbar!“ Sie reichten sich die Hände.

Noch während des Händeschüttelns bemerkte Jens etwas im Augenwinkel, als er aus dem Fenster im Treppenhaus auf das Nachbargrundstück blickte: Für einen kurzen Moment glaubte er, eine schwarze Gestalt auf allen Vieren durch den Garten kriechen zu sehen.
„Was können Sie mir über die anderen Nachbarn erzählen?“
„Nun…“ Hummelmann klappte den Sicherungskasten wieder zu, „auf der einen Seite wohnen Fräulein Witte und ich, und hier, zur anderen Seite raus, in dem Bungalow, da wohnen Heinemanns. Eine nette Familie. Sie haben zwei Töchter. Und eine Untermieterin, soweit ich weiß.“
Jens blickte nochmal auf das Nachbargrundstück des Bungalows: Ohne Zweifel! – da kroch eine Frau im schwarzen Ganzkörperlatex am hellichten Tag auf allen Vieren durch den Garten. Er rieb sich kurz die Augen, die Frau war weg.
„Das war hoffentlich nur eine Einbildung.“ seufzte er so bei sich.
Dr. Hummelmann, der Hamster, hatte nichts davon mitbekommen. Er war schon die Treppe hinunter gestiegen. „Und schräg gegenüber, da wohnt der Herr General Padberg. Der arme Mann.“
„Ein General?“ fragte Jens.
„Ja…aber der ärmste ist ganz allein. Vor einigen Jahren ist seine Tochter spurlos verschwunden, und vor zwei Jahren ist seine Frau an Krebs verstorben. Ich konnte Sie leider nicht retten. Aber die Woche über ist er ohnehin nicht hier, nur am Wochenende, da sitzt er meistens in seinem Garten und malt Bilder. Der arme Mann…seufz“.
Jens war hinter Hummelmann die Treppe hinunter gestiegen. Dieser hatte sich nach kurzem Innehalten wieder gefangen.
„Kommen Sie, ich zeige Ihnen unseren Ort! Den Mietvertrag unterschreiben wir später….ach…und wo sie eben die Heizkosten ansprachen: Im Keller sind noch ausreichend Briketts für den ganzen Winter, da müssen Sie sich keine Sorgen machen, nämlich!“
Und wieder einmal fühlte sich Jens wieder auf einer fassungslos-gefühlten Zeitreise.

Die Sonnenbergstraße war nicht sonderlich lang, und mündete alsbald in den „Ortskern“. Auf dem Weg dahin, kam Dr. Hummelmann und Jens eine große schwarze Gestalt entgegen. Ein Priester in Soutane. Mit seinem Barret auf dem Kopf erinnerte er Jens wieder an Don Camillo – so wie der „Dechant“ am Flughafen. Aber während er noch „Dreckspfaffe“ bei sich dachte, grüßte Dr. Hummelmann den Geistlichen mit einem freundlichen „Guten Tag, Hochwürden!“, der den Gruß mit einem „Guten Tag, Herr Doktor!“ erwiderte. Es war Jens sehr unangenehm, als ihn Dr. Hummelmann dem Pfarrer vorstellte.
„Hochwürden, das hier ist der Herr Bauer aus Deutschland, er wird mit seiner Familie für ein Jahr bei uns wohnen. Im Haus des alten Professor Pastorius. Herr Bauer, das ist unser Pfarrer, Herr Barentius.“
Der Pfarrer reichte Jens die Hand, der ihm die seinige nur unter großem Ekel entgegenreichte.
„Ach wie schön…Das herzlich willkommen in unserer Gemeinde. Und Gottes Segen!“
Pfarrer Barentius segnete die beiden mit dem Kreuzzeichen -Jens hätte im Strahl kotzen können. Innerlich dachte er sich: „na viele Kinder hast du heute schon gefickt und Menschen was von Moral gepredigt?!“. Äußerlich hingegen stand er mit versteinerter Miene da, und versuchte sich nichts anmerken zu lassen.
„Verzeihen Sie meine Herren, aber ich bin in Eile.“ entschuldigte sich der Pfarrer. „Vielleicht sehen wir uns ja in der Messe?“ winkte er noch als gruß hinterher.
„Mit Sicherheit nicht!“ knurrte Jens.
Dr. Hummelmann schien das überhört zu haben oder zumindest überhört zu haben wollen. Denn er sagte lediglich: „Der Pfarrer Barentius ist ein sehr gebildeter Mann. Seine Predigten sind sehr geistreich. Und außerdem ist er ein begnadeter Skatspieler….aber hier, sehen Sie Herr Bauer“
Hummelmann deutete auf ein kleines Ladengeschäft. „Wenn Sie beim Einzug Schrauben oder Nägel brauchen, oder noch mehr elektrische Installationen, dann sind Sie hier an der richtigen Adresse!“
Jens besah sich den Laden. „Elektrische Installationen und Eisenwarenhandlung. Inh. Salomon Kabelbaum“ stand da über dem Eingang zu lesen.
Vor dem Laden kehrte eine kleine hutzelige Gestalt mit einem Besen den Bürgersteig.
„Guten Tag Herr Kabelbaum! Na was macht das Knie? Wieder besser?“ grüßte Dr. Hummelmann die kleine hutzlige Gestalt.
Es war ein kleiner alter Mann mit einer großen Nase. Er trug ein Keppi auf dem Hinterkopf, hatte einen langen Bart und graue lange Locken beiderseits des Gesichts. Der Mann drehte sich um.
„Oioioi… Guten Tag der Herr Doktor! Joi…dem Knie geht es wieder gut, ech hipfe wie ejn junger David als er den Goliath mecht erschlagen haben!“
„Na das freut mich doch, Herr Kabelbaum!“
Hummelmann wandte sich zu Jens: „Der Herr Kabelbaum ist der Elektriker in unserem Ort. Er hat auch die Leitungen, Steckdosen und Sicherungen im Haus neugemacht.“
„Aha…“ dachte Jens bei sich. „Das ist also die elektrische Koryphäe mit der vorsintflutlichen Technik“ – das sprach er natürlich nicht laut, sondern grüßte stumm.
„Joooi, alles nei, alles nei hem wir gemacht, nichwahr, Herr Doktor.“
„Herr Bauer zieht mit seiner Familie in das Haus, müssen Sie wissen.“
Nun wandte sich Kabelbaum an Jens: „Wenn der Herr noch Winsche hat, oder noch Ersatzteyle mecht sein Eygen nennen, Schrauben, Nägel und Licht, ich steh Ihnen zu Diensten, der Herr!“ Kabelbaum deutete eine Verbeugung an.
Jens bedankte sich artig „Ich komme vielleicht darauf zurück, Danke.“, und war froh als er mit Hummelmann weitergehen konnte.

Sie waren nicht weit gegangen, als sie an einem Platz ankamen. Verschiedene Straßen, oder besser: enge Gassen, liefen hier sternförmig zusammen. In der Mitte des Platzes war ein kleiner Springbrunnen.
„Sehen Sie Herr Bauer. Hier ist die Mitte von Wiezethal. Dort ist die Kirche, daneben das Pfarrbüro, daneben die Bürgermeisterei. Da werden Wir Sie nachher ins Melderegister eintragen gehen. Aber jetzt ist ohnehin Mittagspause, da haben alle zu.“
„Mittagspause?“
„Ja natürlich! Warum sollte denn eine Behörde über Mittag geöffnet haben? Die Leute müssen ja schließlich etwas essen. Von zwölf bis zwei haben Ämter und Geschäfte zu. Eine Stunde zum essen, die andere zum verdauen. Ist das bei Ihnen in Deutschland etwa anders?“
„Ähm…nunja…etwas.“
„Hmhmhm… naja jedenfalls…sehen Sie hier hinten, da ist das Reichspostamt. Da werden wir nachher ihren Telefonanschluß wieder anmelden.“
„Nach der Mittagspause?“
„Äh..ja. Nach der Mittagspause. Und hier vorn ist das Lebensmittelgeschäft…“
„Das hat zu wegen Mittagspause?“
„äh..jaaa?!..und daneben die Schreibwaren und Buchhandlung…die haben aber jetzt auch Mittagspause.“
„Verstehe.“ Jens mußte süffisant grinsen.
„Und dort hinten geht es zum Bahnhof, aber da fahren jetzt keine Züge…“
„Lassen Sie mich raten? Mittagspause?“
„Das ist richtig. Woher wissen Sie das?“
„Och..war nur so ne Vermutung.“

…to be continued…

2018 – eine kurze Zusammenfassung.

Seit September/Oktober werde ich gefragt, „was denn los ist“. Und warum ich so wenig auf twitter aktiv bin. Hier die Kurzversion:

Ich machs kurz und schmerzlos – und im Telegrammstil.
Aber das Jahr 2018 kommt mir nicht davon, ohne eine kleine Abrechnung.
Um das ganze länger auszuführen, fehlt mir die Kraft. Und wer mir schon etwas länger auf twitter folgt, der wird sicherlich gemerkt haben, daß es recht still geworden ist. Das hat auch einen Grund. Doch der Reihe nach.

Was funktioniert hat: Die Sonderaustellung über die römischen Funde in der Römervilla Ahrweiler konnte eröffnet werden. Dank meiner Vor und Mitarbeit.
Ich bin auch bei der Zeremonie namentlich erwähnt worden. Jut.
Aber das wars auch schon. Die Lorbeeren für dieses Projekt haben andere bekommen. Und das wars dann auch schon.

Weiterhin wollte ich eine Therapie anfangen, habe einen Therapeuten gesucht und gefunden – aber nach den ersten Sitzungen hieß es: Och nö…suchen Sie sich nen anderen. Da hat man mal jemanden gefunden, und dann schickt der einen wieder weg. Klasse. Ging die Sucherei wieder von vorne los, und ich weiß noch nicht, ob sie beendet ist.

Ich hatte ein blind-Date. Allerdings derartig blind, das ich nicht wußte, wie sie aussieht, wie sie heißt. Wir kannten uns nur vom schreiben. Und das Treffen war die reinste Schnipseljagd. Ich stand in einem Cafe, und sollte unter den Frauen, die da saßen, nun auf Anhieb diejenige welche raussuchen. Ich wär am liebsten gegangen, aber ich wollte sehen, wer sich hinter einer solchen „Sicherheitsparanoia“ verbarg. Nach etwas hin und her hatte ich dann doch diejenige welche gefunden. Einerseits eine junge zarte Frau, andererseits, gelinde gesagt, eine Psychopathin, die aufgrund zahlreicher Stören besser nicht mit Menschen verkehrt. Sie war wohl zwar an mir als Mann/Dom irgendwie interessiert, aber gleichzeitig hielt sie mir ihren angeblich überaus guten Verdienst ständig vor die nase, und als Gipfel durfte ich mir anhören „Aber für einen HartzIV Empfänger siehst du verdammt ghut aus?!“. Tja Entschuldigung, wenn ich als zivilisierter Mensch zu einem Blinddate mit sauberer und gebügelter Kleidung erscheine. Meine Jogginghose und die Asiletten waren in der Reinigung -.-
Und ein Gesprächsparter, der so gut wie gar nicht auf mich eingeht, nur von seinem Riesengehalt redet, und mich durch Geschäfte schleift, wo ich hinterher zutrotten habe: nein danke. Meiner „Dominanz“ fiel es anheim, Madame mit einem spontanen Kuß aus Rache heimzusuchen, aber das wars dann.

Nächster Punkt: Ich hätte mich gerne mit einer Frau treffen wollen, die nicht nur attraktiv in Körper und Geist ist, moralisch liebenswürdig verkommen im Sinne des rrr ist, nein, die auch etwas getan hat, was weit außerhalb von reinen Trieben oder bdsm-Gedönse ist: Sie hat mich intellektuell herausgefordert, und mich bei meinen Althistoriker-Eiern gepackt. Ich möchte keine Details verraten, was sich Historiker für schmutzige Dinger am Telefon sagen (Das Hirschgeweih könnte Sie verunsichern): jedenfalls sie war feucht und willens und soooo kurz davor ins Auto zu steigen um sich mit mir zu treffen. Ich saß frisch geduscht und vorbereitet mit gekühlten Getränken hier. Und sie kam nicht. Und kam nicht. Angeblich aus Rücksichtnahme auf jemanden. Aha. Völlig unnötig, denn da gab es nichts mehr, auf das man Rücksicht hätte nehmen müssen, ich bin frei wie man nur frei sein kann.
Das hat mich irgendwie sehr tief getroffen.
Es wäre mir ein intellekutelles Feuerwerk gewesen, mit dieser Frau zu spielen/schlafen/ficken/ Bücher zu wälzen, das weder etwas mit Liebe noch Trieben, nicht einmal unbedingt etwas mit BDSM zu tun gehabt hätte, einfach nur aus Spaß an der Freud, jemand auf intellektueller Augenhöhe zu haben.
Und – was war? Nix. Ich kam mir vor, wie der sprichwörtliche Mohr, dem man nichteinmal mehr sagt, das er gehen kann.
Zumal die selbstgewählte Zurückhaltung inzwischen wieder gewichen zu sein scheint, so läßt es mich doch mit einem großen Fragezeichen zurück. Ich möchte an dieser Stelle nichts weiter schreiben. Dafür sind meine Gedanken zu dem Thema zuuu ambivalent.
PS: deine Kaltgetränke liegen hier immer noch im Kühlschrank.

nächstes Thema: erinnert sich noch jemand an den Sommer? Als die Sonne rund um die Uhr zu scheinen schien, und es „selbst im Januar nicht kälter als 30 Grad“ wurde? Nachts und unter Wasser?
Ich wollte ein Twittertreffen veranstalten. Ich hatte ein Schwimmbad, ein FREIBAD!!! wohlegemerkt an der Hand. eine ganze nacht lang. Für umsonst! Aber anstatt abzusagen, habe ich erst auf Nachfrage(!) Absage um Absage erhalten. Anstatt eine Horde von engagierten Twitterern fiel die Veranstaltung ins Wasser. Mangels Teilnahme…ein Freibad…im Sommer 2018 – und keiner geht hin…tzeh

Dann das schlimmste/nervenaufreibendste (neben der Frau) für dieses Jahr: Meine Verbandsgemeindeverwaltung war durch einen Zeitungsbericht auf mich aufmerksam geworden. Im März/April. Und seit dem gab es einiges an Schriftverkehr hin und her – und im Sommer dann ein Treffen mit dem Verbandsgemeindebürgermeister. Mir ist eine Stelle in Aussicht gestellt worden. Ohne das ich mich beworben hätte. Einfach so -befristet für zwei Jahre. Und meine bereits geleistete Vorarbeit soll mit dem ersten Gehalt verrechnet werden. „Wir melden uns dann in zwei Wochen.“
Das war im Sommer. Und seit dem: ja, dauert noch was/ ist im Urlaub / wir melden uns.
Und dieses warten hat mich DEEERAAARTIG zerrissen, das ich mich nicht zu wundern brauche, wenn mein Körper vor lauter Psychosomatik nur noch zuckt und ich innerlich wie äußerlich auf dem Zahnfleisch gehe und kurz vor dem durchdrehen bin.
Der Supergau war, als ich erfahren hatte, daß der Herr Bürgermeister, der nur noch eine Unterschrift hätte geben müssen, im Herbst bedauerlicherweise einen Herzinfarkt hatte, und bis ins Frühjahr außer Gefecht gesetzt ist. Und solange ist mit meiner Zweijahresanstellung im öffentlichen Dienst erstnmal Essig.
DIE WOLLTEN EINE STELLE EXTRA UM MICH HERUM BASTELN – extra für meine Fähigkeiten, für mich!
Und dann dieses ewige warten…

…aber es kam noch besser: Als Ersatz für das Twimmbad-Treffen gabs dann einen netten Grillabend im kleinen Kreis. Ich mag die Leute die da waren sehr. Ehrlich. Das Problem: Wir waren fünf. Zwei Pärchen und ich.
Und irgendwie wurde sich über Rockmusik, die Legalisierung von Marihuana und die Höhe von Einstiegsgehältern unterhalten. Also allesamt Themen, die ich entweder aus tiefstem Herzen ablehne oder in Ermangelung einer Arbeit keine Ahnung von habe.
Es war schön, das man sich getroffen hat. Die Leute sind super. Ehrlich. Aber wir waren fünf, und ich hatte Mühe mich am Gspräch zu beteiligen. Irgendwie war ich todunglücklich.

Weiter im Text: An jenem Abend wurde mir ein Angebot gemacht, einen Abendvortrag an einer Universität(!!!) zu halten. Thema: Kulturelle Identifikation in den römischen Rheinprovinzen. Man wollte mich also tatsächlich für eine Stunde sprechen hören – gegen Geld. MNicht weil ich so ein netter Mensch bin, oder ein Mann mit so tollen blaugrauen Augen, der im Ernstfall Frauen mit bloßer Rezitation eines Geschichtsbuches feucht und willenlos machen kann – NEIN: Weil ich Althistoriker bin. Ich sollte tatsächlich mal genau das machen, wofür ich ausgebildet worden bin.
Froh vergnügt fuhr ich nach Hause, und bereitete meinen Honorarvortrag vor.
Anderthalb Wochen vor dem fraglichen Termin, fragte ich nochmal nach, an welchem Tag/Ort genau das nun stattfinden sollte, und hörte dann so en passant: Ja äh…also…das ganze ist abgesagt.

Und dann setzte es dann ganz aus. Nach dem Motto „Sagt mal, wollt ihr mich alle verarschen?“.
Kein Wunder, das ich innerlich dem Weitwinkel die Zündschlüssel in die Hand gedrückt hab, „Hier, Sie fahren weiter. ich hab die Schnauze voll!“

Da anscheinend seitens des Schicksals oder des Welten-Karmas kein Interesse an meinen akademischen Fähigkeiten besteht, möchte ich es einmal sehr vulgär und direkt ausdrücken:
ICH WILL ENDLICH EINEN ARBEITSPLATZ UND MIT MEINEM BERUF GELD VERDIENEN UND SCHLANKE AKADEMIKERINNEN FICKEN BIS DAS ES RAUCHT –
ich habe es satt!!! mir am großen Schaufenster namens twitter die Nase platt zu drücken. Ich ertrage es einfach nicht mehr, nur zuzugucken.
Und wie ein unbeteiligter daneben zu stehen. Und wehe! es kommt mir jetzt einer „du mußt in deinem Leben …blablabla..“ Sooo viele Chancen – ich hab hier nur die wichtigsten aufgezählt, bzw die, an die ich mich in meiner Verbitterung un meinem Zorn noch erinnern kann, die NICHT VON MIR verkackt wurden. Wo ich nichts habe tun können. Wo man mich hat hängen lassen.
Tausendmal dieses Jahr war ich sooooo kurz vor was guten – und immer nur im letzten Moment „Ätsch…ja ne..doch nicht. Tut uns leid.“
Ja du lieber Himmel – was soll ich da denn noch groß twittern? Es gibt einfach nichts neues zu berichten.
Ich habs auch satt, dauernd nur beflauscht und beschnuffelt zu werden. Wer das mag, mag sich gern an Weitwinkel wenden. Ich selbst bin aber sehr wohl ein erwachsener Mann. Mit graublauen Augen zum niederknien, leidlich maß an Intelligenz, Bildung und Integrität und durchaus noch erektionsfähig.
Ich bin eigentlich nicht depressiv. Zumindest fühle ich mich nicht so. Ich komme mir nur vor, wie so ein „Spring-aus-der-Kiste“, dem man die ganze Zeit mit Gewalt den Deckel zuhält. Es liegt nicht an mir.
Laßt mich gefälligst endlich hier raus – ihr wolltet mich haben, dann laßt mich auch bitte machen, und die Chancen wahrnehmen, die ihr mir hinwerft.
Innerlich springe ich wie so ein kleiner Insegrimm mit blutig tropfendem Beil um ein Feuer herum.
Ein ganzes Jahr dauernd die Mohrrübe wie dem Esel vor die Nase gehalten, mal dran schnuppern lassen, und dann „ätsch“.

Ich glaube, da würde so ziemlich jeder durchdrehen.
Und – gemessen an meinem Twitterauftritt vor dieser „Krise“ – hätte ich es unverantwortlich gehalten, wenn ich einfach so weiter gemacht hätte wie bisher.
Denn wenn ein Mann (selbst wenn es nicht selbst verschuldet ist), das Gefühl hat, gewisse Dinge zur Zeit nicht unter Kontrolle zu haben, dann wäre es wirklich unverantwortlich, wenn er nach außen hin so tut „Komm her Mädchen, gib Kontrolle ab, ich fick dich jetzt, bis es weh tun und wir beide kommen.“
Also neeeee….. das macht alles wahnsinnigen Spaß. Ich weiß das, ich hab das auch schon oft genug gemacht. Aber dieses Jahr war eine Aneinanderreihung von Ausnahmesituationen, die jeglichen Spaß an sowas obsolet werden lassen. Ich hab sogar kaum noch Interesse für Snooker, Radsport oder ins Schwimmbad gehen gehabt.

So – durchatmen – mir kreisen vielleicht noch viele kleine gedankliche Versatzstücke im Hirn herum, aber ich will es damit bewenden lassen.
Das wichtigste, was ich zum Jahr 2018 zu sagen hatte, habe ich gesagt.
Ich lade selbst die Atheisten in der geneigten Leserschaft dazu ein, inständig darum zu beten, daß sich im nächsten Jahr etwas tut.

Gleichweohl wünsche ich allen Lesern/Innen Followern/Innen Jottes Segen für das Jahr 2019!

(Ich werde den Jahreswechsel wahrscheinlich an einem Ort verbringen, der leider nie zum römischen Reich gehört hat – aber nungut.) Wir sehen uns auf der anderen Seite des Kalenders!