Das 104. Kamel – Bäder Lesben und Delphine Teil 10

So verging der Tag ohne weitere Vorkommnisse. Nur einmal, am Nachmittag, war mir mit einem mal so, als sähe ich in der vor Hitze flimmernden Luft in ganz, ganz weiter Ferne eine Gestalt am Horizont – einen einsamen Kamelreiter. Ich war mir aber nicht sicher. Ich stutze erst, und es dauerte einen Moment bis ich mein Fernglas (übrigens ein Erbstück von meinem Großvater) aus dem Etui geholt hatte. Aber ich konnte nichts mehr entdecken.
Unzufrieden grunzte ich. Hatte ich nun was gesehen, oder nicht?
„Gib dir keine Mühe Martin, ich hab auch gedacht, ich hätte was gesehen. Aber ich glaube, das ist ne Luftspiegelung. Wenn das unser unbekannter Reiter ist, dann ist der weit hinter dem Horizont.“ – so holte Kerstin mich aus meinen Gedanken.
„Na wenigstens hab ich mir dann das ganze nicht eingebildet.“ brummte ich.

Wir ritten bis die Dämmerung hereinbrach, und die Sonne in unserem Rücken sich in das große Sandmeer zu senken begann. Und unsere Ärsche langsam wundgescheuert waren, um ganz ehrlich zu sein. Meiner jedenfalls.
Irgendwann hielt die ganze Karawane an, und ich ritt mit Kerstin wieder weiter nach vorne. Johanna hatte angehalten, und sich noch im Kamelsattel sitzend, in eine große Karte vertieft. Derweil hatte Weitwinkel noch einen Spiegelsextanten und ein GPS-Gerät in der Hand.
„Na Frollein Rommel…haben wir uns verfranzt?“ frotzelte ich.
Ohne von ihrer Karte aufzublicken, hielt mir Johanna den Stinkefinger hin.
„Nein. Aber wir haben die große Biegung in dem Wadi erreicht. Das heißt, wir schlagen dahinten gleich unser Nachtlager auf.“ sie blickte auf und deutete auf eine leichte Senke im Gelände.
„Da sind wir vor Überraschungen und Sandstürmen geschützt.“
„Aber nicht vor Kamelspuren!“ warf Weitwinkel ein, der in Richtung der Senke deutete. Wenn man genau sah, konnte man dort wieder eine Kamelspur erkennen.
„Diese Fata Morgana fängt an, mich zu nerven!“ grollte Kerstin.
„Habt ihr also auch was am Horizont gesehen?“ – Johanna blickte uns fragend an.
„Martin und ich haben auch was gesehen, ja…“
„Ich hoffe bloß, es ist nicht Dr. Heimlich, der hat uns gerade noch gefehlt!“ setzte ich hinzu.
„Donald Trump ist es bestimmt nicht…“ brummte Johanna.
„Vielleicht ist es ja nur ein ganz normaler Beduine?“ fragte nun Weitwinkel ganz naiv in die Runde.
Er erntete von uns dreien nur einen „seriously?“-Blick, der ihn nur traurig seufzen ließ, wie es mir schien.
Ein Beduinie, der uns den ganzen Tag zu begleiten schien – das konnte egentlich nur Teutel Kabelbaum oder Dr. Heimlich sein. Letzterer schien mir wahrscheinlicher und ich begann mich zu fragen, was er hier wollte oder warum er sich abseits von uns hielt.
„Tja – wie dem auch sei, ich denke, wir schlagen hier mal unser Lager auf. Hilft ja nix!“ resignierte Kerstin. Johanna winkte schon ihre Mädels heran, Weitwinkel ebenso seine Langohren.
Die Kamele wurden im Kreis angeordnet, quasi wie eine große Wagenburg. Da hundert Kamele natürlich einen sehr großen Kreis gebildet hätten, reduzierten wir ihn auf 50 Tiere. Die anderen 50 blieben als Herde zusammengebunden außerhalb des Kreises.
Es dauerte nicht lange, bis die Dämmerung über uns hereingerochen war, und wir in kleinen Gruppen an Lagerfeuern zusammensaßen.
Wir hatten in jeder Himmelsrichtung einen Doppelposten als Wache aufgestellt, und begaben uns zur Nachtruhe.

In der Nacht, es muß so zwischen drei und vier Uhr gewesen sein, wurde ich durch das Geblöke eines Kamels geweckt –und nicht nur durch eines. Die Tiere waren aus irgendeinem Grund unruhig. Ich wickelte meinen Kopf aus meinem Umhang, und spürte einen warmen Lufthauch. Das war aber nicht alles. Ich meinte neben dem blöken und windsausen auch ein anderes rumoren zu hören. Aber das war vielleicht auch nur Einbildung. Dazu waren die Kamele zu laut. Ich drehte mich um: Weitwinkel schien zu schlafen, Kerstin konnte ich nicht erkennen. Aber Johanna hatte sich neben mir aufgestützt.
„Das ist ein Sandsturm Martin. Die die Wachen sind von ihren Hügeln runtergekommen. Hier sind wir am sichersten.“ flüsterte sie mir zu.
„Johanna… hörst du das auch?“
„Die Kamele oder der Sturm?“
„Nee… das andere… hör doch mal…“
Wir beide hielten inne. Es waren nur die Kamele und der Wind zu hören. Doch für einen kurzen Moment konnte man ein grummeln hören – also ich zumindest.
„Martin..ich weiß nicht was du meinst. Ich höre nichts.“
„Doch doch…!“ ich reckte meinen Kopf etwas mehr in die Höhe. Wieder war da ein komisches Geräusch, ganz weit weg und dumpf, das nicht zur übrigens Szenerie passen wollte. „Da!“ ich hob den Finger. Johanna hatte ebenfalls angestrengt gelauscht.
„Ja…jetzt hab ichs auch gehört. Aber ehrlich: egal was es das ist… es ist mir grad egal. Hoffentlich erledigt uns der Sturm nicht.“
Sie legte sich wieder hin.
Auch ich konnte jetzt nicht mehr tun, als mich wieder hinzulegen, und dem Wind zu lauschen – und den Kamelen natürlich. Aber ich schlief bald wieder ein.

Am nächsten Morgen war das erste, das ich beim wachwerden hörte, ein Kamel. Was sonst.
Zu meiner Verwunderung war ich nicht von einem Berg Sand verschüttet – so schlimm konnte der Sandsturm also nicht gewesen sein wie mir schien, und zum anderen hatte man mich schlafen lassen.
Das nächste, was ich gewahr wurde, waren fluchende junge Frauen und stumme Hasen, die allesamt mit ihren Klappspaten zugange waren. Desweiteren kam eine höchst ungehaltene Kerstin mit zwei Bechern Kaffee auf mich zu: „Unser Zeitplan ist im Arsch!“
„Guten Morgen Kerstin! Das sehe ich – es ist schon hell. Mit „im Morgengrauen einsickern lassen“ wird das heute nichts mehr…“
Sie reichte mir einen Becher – der Kaffee schmeckte äußerst bescheiden, war aber heiß. Das tat gut.
„Ja… Johanna ist auch schon ganz aus dem Häuschen vor lauter Freude. Wir schaufeln seit zwei Stunden die Kamele und unser Gepäck frei. Für dich haben wir eine halbe Stunde gebraucht.“
„Was? wieso habt ihr mich nicht geweckt? Mal von Weitwinkel und seinen Langohren abgesehen – ich bin hier der einzige Mann, und mich laßt ihr schlafen, anstatt das ich mit anpacke?“
Kerstin verdrehte die Augen: „Orrrr. Martin, wir sind alle erwachsene, kräftige Menschen. Und außerdem: Du bist der Chef!“
„Na toll.“ (wie ich so extra-Würste hasse. Und gleichzeitig war ich froh, nicht selbst schaufeln zu müssen)

Ich blickte zu Johanna und den Mädels hinüber: Die waren wohl gerade fertig mit ihrer Schaufelei geworden, und klappten die Spaten zusammen, und zündeten sich Pausen-Kippen an.
Aber Johanna verstand wohl keinen Spaß. Sie klatschte zweimal laut in die Hände, dann steckte sie zwei Finger in den Mund und pfiff laut gellend.
„Vorwärts ihr Fotzen! Keine Pause machen! Eure Titten könnt ihr euch auch zu Hause grillen! Wir sind hier nicht zum sonnenbaden!“. Es begann ein allgemeines, wenngleich gehorsames, kurzes rumgenöle.

Ich machs kurz: Wir brachen auf, und beeilten uns, die restlichen 10 Kilometer schnell hinter uns zu bringen.

Irgendwann hielt Johanna die Karawane an – und wir saßen alle ab.
„Hinter dieser Düne da“ Johanna deutete hinter sich „liegt der amerikanische Stützpunkt. Das heißt, jetzt wird’s spannend!“ das hatte sie zu Kerstin, Weitwinkel und mir gesagt.
Dann stellte sie sich auf, so daß alle anderen sie hören konnten: „Alle mal her hören! Marschgepäck ablegen, Kamele festbinden! Waffen laden und entsichern!“
Es folgte ein blöken der Kamele, rascheln und klackern – Kerstin und Weitwinkel überwachten das ganze, wenn auch nur widerwillig. Ich hatte mir nämlich auserbeten, das ich mit Johanna vorausgehen sollte, um die Lage zu erkunden – und auch keinen Widerspruch geduldet.

Johanna und ich liefen also die Sanddüne hoch – immer leicht geduckt, da wir ja nicht wußten, was uns auf der anderen Seite erwarten würde.Kurz vor dem Kamm der Düne warfen wir uns in den Sand, und robbten ganz langsam vorwärts. Gaaanz langsam hoben wir den Kopf über die den Rand der Düne – ich mein Fernglas in der Hand, Johanna ihr FG42 Sturmgwehr – und wir sahen nichts. Das heißt fast nichts. Vor uns war eine breite quer verlaufende Senke, an deren gegenüberliegendem Rand ein hüfthoher Stacheldrahtzaun entlang lief. Und dahinter dann – zeichneten sich ein paar Wellblechdächer ab. Und: aus der Gegend der Wellblechdächer schien mir leichter Rauch in den Himmel aufzusteigen. Ich setzte das Fernglas an: Tatsächlich… aus dem Bereich der Dächer stieg Rauch auf.
„Martin, das gefällt mir nicht… das ist mir zu ruhig. Keine Patroullien, keine Wachtürme…nichts. Dafür Rauch.“ Johanna hatte also die gleiche Beobachtung gemacht wie ich.
Wir zogen uns wieder hinter den Kamm der Düne zurück, um zu beraten, wie wir nun vorhehen wollten. Der ursprüngliche Plan, uns heimlich in die Anlage insickern zu lassen, war eh schon zunichte gemacht.
„Johanna, wir müssen näher ran – egal, was da nicht stimmt: Wir sind nicht drauf vorbereitet. Wir können jedenfalls über die Düne und dann runter in die Senke.“
„Das denk ich auch. Aber wir müssen alle schnell da runter.“

Wir machten Zeichen in Richtung unserer Truppe – und sie kamen alle langsam die Düne hoch.
Ich weiß nicht welcher Teufel mich geritten hat, aber ich sah Johanna kurz an, und meinte zu ihr: „Du bringst unsere Leute schnell runter – ich lauf schon mal vor.“
„Martin, das ist…“
Ich hörte schon nicht mehr hin. Aber ich wollte allein diese blöde Düne runter laufen. Die ganze Zeit über, eigentlich seit dem mich Dr. Heimlich aus dem Schwimmbecken geholt hatte, hatte ich immer nur reagiert. Jetzt wollte ich endlich auch mal initiativ werden. Schließlich war das hier ja irgendwie „meine“ Veranstaltung. Zumindest mehr oder weniger.
Als ich die die Sohle der Senke erreicht hatte, sah ich mich um: Die Truppe folgte mir. Allen voran Athanasius Weitwinkel, der es offenbar besonders eilig hatte, mir nachzufolgen.
„Chef…mein Chef… ich glaube ich muß ihnen etwas sagen…!“ hechelte er.
„Nicht jetzt, Weitwinkel!“ Ich hatte ungefähr zehn Meter vor mir etwas auf dem Boden entdeckt. Neben einem verdorrten Tamariskengestrüpp lag offenbar ein Körper. Eilig schritt ich auf ihn zu – und bemerkte wie sich ein Schwarm von Fliegen schwirrend von dem Körper erhob. Es wr auch kein Körper – es war ein zerfetzter Leichnam eines afroamerikanischen US-Soldaten! Die Reste seiner Uniform hing ihm in Fetzen über seinen Oberkörper – der Unterkörper samt Beinen fehlte ihm völlig, so daß seine Gedärme offen und blutverschmiert im Sand lagen.
„Weitwinkel – bleiben Sie wo Sie sind. Hier stimmt was nicht!“
„Aber…aber… ich glaube, das ist wichtig…!“ hummelte er.
„Holen Sie mir lieber Frau deClerk her. Na los! Gehen Sie schon!“
Er seufzhummelte schulterzuckend, und lief wieder zurück zum Fuß der Düne, an dem sich unsere Truppe nun versammelt hatte.
Ich wollte mich noch weiter umsehen, doch nach ein paar Schritten machte es plötzlich „klick“ unter meinem rechten Fuß.

Klick.

Mehr nicht. Ich blieb wie versteinert stehen. „Oh bitte, lieber Gott…laß es es nicht das sein, was ich denke was es ist.“ dachte ich bei mir. Natürlich versuchte ich mich nicht zu bewegen, aber ein Blick über die Schulter nach hinten verriet mir, das Johanna im Laufschritt zu mir heran kam.
„Johanna! Bleib stehen!“ schrie ich. „Ich bin auf eine Mine getreten!“
Sie blieb für einen kurzen Moment stehen – und kam dann trotz meiner Warnung ganz langsam auf mich zugeschritten.
„Gaaanz ruhig, Martin…gaaanz ruhig! Ich schau mir das mal an, ja?“
„Ja..ok…“ meine Stimme zitterte. Erst jetzt, in diesem Augenblick realisierte ich meine Situation, und bekam es mit der Angst zu tun.
Johanna war nun ganz nah an mich herangekommen. Ein kurzer Blick auf meine Füße – und sie drehte sich um, reckte die rechte Faust in die Luft und schrie: „Minen!“
Mit einem Blick über die Schulter, konnte ich erkennen, wie Weitwinkel und Kerstin sowie die ganze Truppe innehielten, und auf der Stelle verharrten.
Johanna kniete sich ganz langsam neben mich auf den Boden.
„Martin – du bewegst dich bitte nicht. Ich werd versuchen, das Ding zu entschärfen!“
„Och… ich wollt mich heute eh nicht viel bewegen…Aber denk dran, um halb zwölf hab ich heute nen Termin beim Jobcenter in Sinzig…“ ich sprach wohl mehr, um mich selbst zu beruhigen. Johanna hatte mir offenbar gar nicht erst zugehört, sonden begutachtete meinen rechten Fuß und den Sand um ihn herum.
Vorsichtig wedelte sie mit der Hand den Sand beiseite – immer mehr kam ein grün-silbrig runder Gegenstand unter meinem Fuß zum Vorschein.
„Hmmm… könnte ein Chinese sein…“ murmelte sie.
„Johanna… ich bitte dich… hoffentlich weißt du, was du da tust?!“
Sie schaute vorwurfsvoll zu mir auf.
„Martin! Ich hab an der RWTH Aachen meinen Dipl. Ing. in Maschinenbau gemacht – und den Bachelor in Feinmechanik. Ich weiß, was ich hier mache!“
„Dein Wocht in Jottes Ohr!“ seufzte ich.
„Hör auf mit dem Bein zu zittern!“
„Du machst mir Spaß – meinst du, ich hätte vor, hier in die Luft zu fliegen?“
„Martin – halt die Klappe. Ich habs gleich.“
Sie hatte die Mine nun in vollem Umfang freigelegt.
„Es ist kein Chinese…“ sie beugte sich so tief und nah an das Ding heran, das ich schon fast dachte, sie wolle das Teufelsei küssen. Dann fing sie an zu giggeln.
„Was ist denn auf einmal zu lustig?“
„Das ist kein Chinese… das ist von Mercedes-Benz…“
„Was? Ich denke, die bauen Autos?!“
„Ja… und Tellerminen. Ziemlich gute sogar.“
„Und das heißt?“
„Das heißt, das wir hier ein technisches Problem haben.“
„Na Spitze!“
„Aber das können wir lösen…“ sie rieb sich das Kinn. „Entweder schieben wir ein dünnes Stahlblech zwischen Auslöser und deine Schuhsohle und beschweren das mit Gewichten, damit du von der Mine runter kannst, oder…“
„Oder was?“
„Oder ich schraub den Zünder so raus…“
„Also das erste klingt erfolgversprechender, wenn du mich fragst..:“
„Dich fragt aber keiner, Martin…“ sie kratzte sich am Hinterkopf. „Ich komm an den Zünder nicht dran. Ich hab auch kein dünnes Stahlblech. Ich kann höchstens versuchen, an der Seite den Chip aus zubauen…“
„Was für ein Chip um Himmels Willen…?“ (ich war vielleicht etwas latent angespannt…)
„Die Dinger haben alle einen Chip, der die Zündung auslöst – zumindest die modernen. Und das hier scheint mir ein modernes Ding zu sein.“
„Was immer du sagst…“ seufzte ich.
Johanna stand auf, und wandte sich zum gehen.
„Hey – wo willst du hin?“ Im Geiste sah ich mich schon mutterseelenallein auf einer Mine in der arabischen Wüste stehen.
„Ich bin mein Werkzeug holen!“ schnauzte sie gereizt. „Und du bleibst hier! Schön stehen bleiben!“
Sie ging zu den anderen hinüber – dort lag wohl auch ihr Marschgepäck.
Es klingt vielleicht idiotisch, aber in diesem Moment sah ich nicht mein Leben wie ein Film an mir vorüber ziehen, ich dachte auch nicht an meine Familie, auch nicht an meine schwangere Cousine. Ich dachte an: Snooker, Radsport und die Frauen in meiner twitter-Timeline. Und zwar gleichzeitig. Durcheinander. Es dauerte eine Ewigkeit, bis Johanna endlich wieder kam.
Sie kniete sich wieder zu meinen Füßen, und begann mit einem kleinen Imbuschlüssel an der scharfen Tellermine, auf der ich gerade stand, herumzuwerkeln.
Während sie da so schraubte, wollte ich unbedingt reden – um mich von de Situation abzulenken.
„Was ist eigentlich aus dir und Yvonne geworden?“ fragte ich.
Sie schaute nur kurz auf, und hatte einen Gesichtsausdruck, als hätte ich ihr einen unsittlichen Antrag gemacht.
„Martin…ich kann dich auch hier auf dem Ding stehen lassen, wenn du das willst…“
(ups.. da hatte ich wohl das falsche Thema erwischt)
Sie vertiefte sich wieder in ihr Geschraube da unten, und meinte leise: „Wir haben uns getrennt. Es hat einfach nicht gepaßt…“
Vorsichtshalber sagte ich nichts mehr.
Ich guckte auch nicht nach unten um ihr zu zusehen.
Bis – irgendwann sie sagte: „Sooo… Martin.Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht.“
„Die Schlechte bitte zuerst!“
„Die Mine wird gleich in die Luft fliegen.“
„Ah…da bin ich ja mal gespannt, was das noch rausreißen kann.“
„Die gute Nachricht ist: ich kann den Schaltkreis für drei Sekunden überbrücken. Das heißt – auf mein zeichen läufst du los – und zwar so schnell du kannst!“
„Ok.“
„Hast du das verstanden?“
„ja!“
„Na schön… bei drei!“
sie zählte langsam „ eins… zwei…drei!“
Ich drehte mich um die eigene Achse, da ich ja zurück laufen wollte und wäre beinahe dabei gestolpert – und jagte dann wie der geölte Blitz neben Johanna her. Dann – ein Knall, eine Druckwelle, Johanna und ich flogen beide der Länge nach auf den Boden. Panisch fühlte ich nach meinen Beinen, befühlte meinen Körper – ich war noch da. Ich war noch ganz und an einem Stück!
Als sich der Dreck etwas gelegt hatte, kamen auch schon Kerstin, Weitwinkel und Sani-Dani angelaufen.
„Martin!“ Kerstin hätte bin beinahe wieder zu Boden gerannt, als ich mich gerade wieder berappelt hatte. „Geht’s dir gut?“
„Jaaa, mir geht’s gut.. danke“ ich drehte mich zu Johanna um, die ebenso wie ich wieder auf den Beinen stand. Ich mußte sie einfach umarmen.
„Tut mir Leid Martin, wenn ich eben etwas flapsig zu dir war. Ich hatte Angst!“ gestand sie mir.
„Macht nichts… – danke, Johanna. Du hast mir das Leben gerettet!“
Sie zog eine Augenbraue nach oben, und meinte mit ernster Miene: „Nicht dafür Martin. Du hast mir das Leben ja erst ermöglicht – ich bin eine fiktionale Figur in deinem Blog, schon vergessen?“
Orrrr! Jetzt mußten wir beide lachen.
Schnell hatte uns die die Realität aber wieder eingeholt:
„Weitwinkel hat mir gesagt, das da einen toten US-Soldaten neben der Mine liegt – oder besser lag?“ fragte Kerstin.
„Positiv.“ Bestätigte Johanna „da lag ein toter amerikanischer Neger – offenbar hatte er schon das Vergnügen, das ich Martin gerade verdorben habe. Und aus den Gebäuden dahinten kommt Rauch…“
„Ok Leute – hier stimmt was nicht…“ Kerstin wollte noch was sagen.
Weitwinkel holte auch gerade Luft, auch er wollte wohl endlich etwas loswerden, was er mr schon die ganze Zeit über sagen wollte.
Ich hatte aber auf der Düne, die wir eben überquert hattem, mit meinem Arm gerichtet: „Vielleicht erfahren wir jetzt, was hier vor sich geht!“
Sie drehten sich alle um: Hoch oben auf der Düne stand ein Reitkamel, auf ihm eine schwarz vermummte Gestalt, die offensichtlich auch bewaffnet war. Langsam trieb die Gestalt ihr Kamel an, und kam genau auf uns zu geritten. Die Kampflesben und die Marine-Infanterie-Hasen griffen zu ihren Waffen, warteten aber ab, was Kerstin, Johanna und Weitwinkel tun würden. Weitwinkel tat nichts. Er hielt sich mit seinen Händen seine langen Löffelohren vor die Augen. Johanna und Kerstin nahmen beide ihre Gewehre in den Anschlag, und zielten auf die Gestalt, die auf uns zu geritten kam.
„Stop! Waffen runter!“ rief ich. „ Sofort alle Waffen runter!“
Verwundert, aber gehorsam senkten alle ihre Waffen.
Ich wußte nun, wer das war. Mit einem mal war mir klar, wer auf dem 104. Kamel saß, und wer uns vorausgeritten war. Ich ging der reitenden Gestalt ein paar Schritte entgegen. Das Kamel kniete nieder, die Gestalt sprang aus dem Sattel. Auch sie trat mir entgegen.
Dann nahm sie den schwarzen Schleier vom Gesicht herunter.

(…)

…to be continued…

 

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Ein Gedanke zu “Das 104. Kamel – Bäder Lesben und Delphine Teil 10

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