Die Geißel des Herrn

Dies ist mein Beitrag zum „Weihnachtsmärchenbuch“ #Blogparade #WeihnachtsBlogParade #WeihnachtsBDSMBuch, initiiert durch Sarah Blume. Die weiteren Teilnehmer/innen stehen am Ende der Geschichte.

Irgendwo zwischen der Römerstadt Remagen und dem legendären Nürburgring, zwischen dem altehrwürdigen Kloster Maria Laach und den Weinbergen des Ahrtals: Es war im Advent und ich steurte ausnahmsweise nicht selbst mein Auto. Es war auch nicht mein eigenes Auto, sondern ausnahmsweise die Dienstlimousine. Schalldicht vom Fahrer abgetrennt saß ich mit meinem Liebelein auf der Rückbank.
Sie hatte sich eng an mich gekuschelt – und der hellblaue Kashmirpullover, den sie trug, heizte mich ebenfalls auf – als hätte sie nicht schon genug Wärme an mich abzugeben.

„Martin…?“
„Ja?“
„Du hast mich kaputtgefickt..!“
„Was?“
„Ja…mein Arschloch tut weh!“
„Dir tut die Rosette weh?“
„Ja!“
„Das ist doch gut…?!“ schmunzelte ich.
„Und du hast meine Titten kaputt gemacht… guck mal…alles rot und blau!“
Sie zog sich den Pulloverausschnitt etwas runter, so das ich ihre, vom Grundsatz her schneeweißen, nun allerdings bunt marmorierten, Brüste sehen konnte.
„Ja und?“
„Du bist ein gemeiner, böser Mann!“ schmollte sie liebevoll, und kuschelte sich wieder an mich.
„Ich?? Wie kommst du denn da drauf?“
„Du hast mich den halben Tag in dem Käfig liegen lassen! Gefesselt!“
„Also das ist doch eine Übertreibung! Das war ziemlich genau eine Stunde!“
„Aber es hat sich angefühlt wie ein halber Tag…! Und außerdem hättest du mir nicht die Augen verbinden müssen!“
„So, findest du?“
„Ja. Und du hast mich von oben bis unten angepißt….das..war…gemein. Und eklig!“
„Das war nicht gemein, Fräulein, das war der Sachlage angemessen!“
„Angemessen? Ist das dein Ernst?!?“
„Ich hab dir versprochen, dich so zu behandeln, wie du es verdienst, und wie du es brauchst.“
„Ja das hast du.“ seufzte sie tief, sich noch enger an mich schmiegend.
„Siehste – du hast also keinen Grund, dich zu beschweren!“
„Kann ich dich was fragen?“
„Klar.“
„Was war das, mit dem du mir so den Arsch versohlt hast? Das hat soooo weh getan! Ich dachte ich sterbe!“
„Du hast zumindest geheult und geschrieen, wie eine Sau, die abgestochen wird, das stimmt!“ brummte ich amüsiert.
„Ich war sooo geil und naß, obwohl ich geweint habe – ich hab zum Schluß gar nichts mehr gespürt…und bin…“ sie suchte nach einem passenden Wort.
„Geflogen?“ fragte ich sie. Sie kannte das Wort in dem Zusammenhang nicht – sie war noch neu.
Und getreu dem Ratschlag, „nie mit einer Anfängerin zu spielen“ hatte ich wieder einmal genau dagegen verstoßen – und eine Frau fliegen lassen und sie dann aufgefangen.
Ich fing sie ja auch jetzt noch auf.
„Ja… geflogen… das paßt. Aber was war das denn für ein Teil mit dem du mich da so gehauen hast?“

Jetzt war es an mir, zu seufzen. Sollte ich ihr die Geschichte wirklich erzählen? Ich fand, sie hatte ein Recht darauf.
„aaalso…. das war kein gewöhnlicher Flogger. Wir haben doch bald Weihnachten?“ ich sah sie an.
Sie nickte.
„Und Weihnachten ist ja das Fest, das begangen wird, weil Jesus Christus geboren wurde…“
„Ja?“ sie sah mich fragend an – was das denn bloß mit dem Schlagwerkzeug zu tun haben sollte.
„Nun,“ fuhr ich fort, „Als Jesus Christus starb, bzw. ein paar Tage vorher…“

10°20’48″Süd, 105°39’07″Ost, indischer Ozean, wenige Seemeilen nördlich der Weihnachstinsel:

Das Meer wogt sanft, wie in einem Werbefilm. Die Sonne scheint.
Doch senkt sich unsere geistige Kamera von oben herab unter die Meeresoberfläche, immer tiefer, dorthin wo die Sonnenstrahlen weniger und die Fische weniger bunt werden; in die „Tiefe des Ozeans“ – so hört man neben dem athmosphärischen Glucksen des Wasser ein leises Surren auf sich zukommen – bis sich in dieser nassen Unterwelt ein langes Ding schemenhaft vom Hintergrund abzuheben beginnt.
Leise, aber immer lauter, vernimmt man das harmonische Gröhlen aus 53 Männerkehlen, 2 Frauenstimmchen und auch ein humanoides Kaninchen nuschelt mit:
„Hey ho, ihr Teichpiraten /
Auf auf, zu neuen Taten /
Die Flagge ist gehißt /
Wiiiir /
ziehen in den Kampf mit Mut und List!“
Wir schreiben den 18. Oktober 2020, und Kapitänleutnant zur See Michael Mellerbeck, hatte Geburtstag.
An Bord von U-4711 herrschte ausgelassene Stimmung, denn zur Feier des Tages hatte das „Geburtstagskind“ der Mannschaft eine Freiwache spendiert.
Es gab ein „Festtagsessen“ und eine Flasche Bier pro Nase – der Smutje hatte mit seinem Gehilfen den ganzen Tag Labskaus, Bratkartoffeln und Bratfisch zubereitet. Nun stank es in der Metallröhre, die da mit 3 Knoten auf 120 Meter Tiefe Richtung Weihnachtsinsel kroch, neben Diesel und Männerschweiß auch noch nach Fisch.
Nur eine Person hatte dem Bier entsagt, und auf einem koffeinfreien Kaffee bestanden: Athanasius Weitwinkel.
Beinahe hätte der Küchenmaat zum richtigen Kaffee gegriffen, ehe ihn der Smutje darauf aufmerksam machte, die andere Dose zu nehmen:
„Aber sei vorsichtig damit, das ist evangelischer Kaffee…!“ ergänzte er feixend.
„Hä?“ fragte der Küchenmaat verwirrt zurück.
„Na…Da ist kein Koffein drin!“
„Baaah! Wer um alles in der Welt trinkt koffeinfreien Kaffee?“ der Küchenmaat verzog stirnrunzelnd die Miene.
„Seine hochheilige Mümpfigkeit, unser prominenter Badegast…!“

Eine Woche zuvor hatte U-4711 per Funk den Befehl erhalten, die indonesische Hauptstadt Jakarta, das ehemalige Batavia, anzulaufen, um dort „drei Personen“ an Bord zu nehmen.
Kapitänleutnant Mellerbeck hatte nur kurz aufgestöhnt und die Augen verdreht: „Wir sind ein U-Boot und kein Taxi oder Grandhotel! Was glauben die im Hauptquartier eigentlich, was wir hier machen? Kreuzfahrten?“
Aber es half alles nichts, Befehl war Befehl.

Da der I-WO und der II-WO als Freiwächtler in ihren Kojen schliefen, wurde dann dem LI die Ehre zuteil, mit dem Schlauchboot und dem Landkommando die „Badegäste“ am Strand abzuholen.
Der Leitende Ingenieur, Oberleutnant z. See Dipl.Ing. Müller, traute seinen Augen nicht recht, als er nicht nur Herrn Weitwinkel, sonder auch Angelina von Mackensen erkannte – die junge Frau vom ZA, die das Leben auf dem ganzen Boot bereits vor zwei Jahren schon einmal auf den Kopf gestellt hatte. [vgl. Untergang der Manga Mushihara, Anm. d.R.]

Aber Herr Weitwinkel? Als humanoides Kaninchen war er unübersehbar. Was wollte der Reichskassenwart [Finanzminister, Anm. d. Red] und Hüter des Portemonnaies des Chefs denn hier? „Na da wird sich der Herr Kaleu aber freuen…!“ schmunzelte der LI innerlich, als die Männer des Landkommandos den „Badegästen“ in das Schlauchboot halfen. Die dritte dieser obskuren Reisegruppe war ebenfalls eine Frau in Uniform des ZA – aber sich stach insofern optisch heraus, als das sie von schwarzer Hautfarbe war. Da der LI ganz professionell und ohne Kommentar beim einbooten half – sagten auch die Männer im Schlauchboot nichts, als sie die 10minütige Rückfahrt zu U-4711 antraten. Nur den Gedanken „Komm zu Marine, haben sie gesagt. Du erlebst immer etwas neues, haben sie gesagt…“ konnte er sich halblaut nicht verkneifen.

Auf dem Turm von U-4711 standen die vier Mann der Brückenwache, und hielten in jede Himmelsrichtuing Ausschau mit ihren Ferngläsern. Kapitänleutnant Mellerbeck beobachtete mit seinem Glas jedoch die Küstenlinie, und verfolgte mit, wie sich das Schlauchboot mit schneller Fahrt näherte. Zuerst bemerkte er Weitwinkels lange Ohren, die im Fahrtwind zu flattern schienen – und dann konnte er schon die Gesichter der anderen ausmachen. Er rollte mit den Augen. „Nicht schon wieder!“ seufzte er innerlich. „Nicht schon wieder diese Frau!“ Zu sehr hatte er noch genau im Gedächtnis, wie sehr sie sich gegenseitig auf offiziell-distanziertem Niveau gepiesackt hatten. Vor zwei Jahren war sie allerdings die einzige Frau an Bord, das hier aber war augenscheinlich eine andere Situation. „Brückenwache fertig machen zum einsteigen! Wir tauchen ab, sobald alle an Bord sind!“ Mit mürrischem Gesicht und wortlos verfolgte er das Anlegemanöver des Schlauchbootes. Alle kletterten den Turm hoch, und duch das Turmluk in das innere von U-4711. Mellerbeck als letzter.

Als nach Angelina von Mackensen die zweite Kampflesbe des ZA die Leiter runter kletterte und in der Zentrale landete, entstand plötzlich ein Gemurmel unter den Seeleuten.
Der Fähnrich zur See, der zeitweilig als III-WO fungierte, raunte dem Obersteuermann, der am Kartentisch lehnte, zu: „Guck mal, ne Negerin!“
Der Obersteuermann sog augenrollend die Luft ein – aber es war zu spät. Sie hatte es gehört.
Die gemeinte drehte sich zu den beiden um. Unverkennbar eine stolze Nubierin, hoch aufgewachsen, schlank und grazil. Sie hatte etwas von Grace Jones – wenn da nicht die ZA-Uniform gewesen wäre. Das Haar, in mehreren Rasta-Reihenflechtungen zu einem Zopf gebunden, warf sie elegant mit einer Kopfbewegung in den Nacken, und trat ganz nahe an den Fähnrich und den Obersteuermann heran.
Mit unverkennbar hanseatisch-norddeutschem kühlem Zungenschlag wandte sie sich an die beiden Seeleute: „Meine Herren…“die Negerin“ heißt Sheila M’Beke, im Range einer Oberschwester im Waffen-ZA, oder Oberleutnant – wie man bei Ihnen in der Marine sagt. Ich stehe damit rangmäßig über Ihnen beiden. Sie haben doch mit meiner Anwesenheit an Bord kein Problem, oder?“
Beide, der Fähnrich und der Obersteuermann, schwitzten Wasser und Blut – sie nahmen Haltung an, knallten die Hacken zusammen, und gleichzeitig entfuhr ihnen ein „Nein, Frau Oberschwester!“
Sheila M’Beke warf den beiden noch einen frostigen Blick zu – der sagte alles.

Die Situation wurde dadurch entschärft, das Herr Weitwinkel etwas schusselig und ungelenk am Ende der Leiter in die Zentrale plumpste. „Plumpsenmümf…auanämlich! ech…ech“seufzte er. „Haben Sie sich weh getan, Herr Weitwinkel?“ fragte Sheila, und half ihm aufzustehen. „Ach nein..es geht schon. Ich war nur seit vier Jahren nicht mehr auf einem Unterseeboot.“ Er blickte erst rechts, dann links, und schnupperte mit seiner Kaninchennase in alle Richtungen.

Mein Liebelein unterbrach mich in meiner Schilderung:
„Ich mag Herrn Weitwinkel. Der ist voll süß!“
Ich rollte, in Kenntnis der Eigenarten meines Reichskassenwarts und Hüters meines Portemonnaies, die Augen.
„Ohh.. süß…ist…vielleicht das falsche Wort…“
„Nein…Weitwinkel ist cool. Und putzig!“
„Du muß ihn mal sehen, wenn er jedes Jahr in seiner roten englischen Uniform bei Trooping the Colours teilnimmt…“
„Was ist das?“
„Das ist die Geburtstagsparade zu Ehren der Queen.“
„Achso.“
„Weitwinkel war 1st Lieutenant bei den „King´s Hare Dragoons“ [„des Königs Hasen-Dragoner“, Anm. d. Red.], und hat eigenen Angaben nach sogar bei Waterloo gekämpft. Das erzählt er je-des-mal, wenn man ihn läßt.“ seufzte ich, innerlich augenrollend. „und erst letzte Woche hat er versucht, einen Teil meines Geldes auf der Doggerbank [sic!] einzuzahlen…!“
„Ich hab dich unterbrochen, sorry“ murmelte sie – ich hatte fast den Eindruck, sie würde mir gleich auf dem Schoß einschlafen.
„Naja – jedenfalls…. „

Hinter Weitwinkel war nun auch Mellerbeck in der Zentrale gelandet: „LI, bringen Sie uns runter auf 40 Meter, beide E-Maschinen mit Umdrehungen für 5 Knoten, neuer Kurs 1-8-0! Obersteuermann: Wahrschauen Sie den I-WO, er übernimmt die Zentrale, solange ich unsere Gäste hier versorge.“ den brummigen Unterton wurde er nicht los. Der Leitende Ingenieur stand schon wieder hinter seinen Rudergängern: „Zu Befehl, Herr Kaleu!…Vorne oben zehn, hinten oben zehn…. Fluuuten!“ Die Diesel waren abgeschaltet, und die beiden Antriebswellen auf E-Maschinen umgekuppelt. Ein leises, stetes „singen“ durchdrang das Boot, während es langsam in die Tiefe glitt.

Nun konnte sich auch endlich Herr Weitwinkel an den Kommandanten wenden: „Weisen Sie mir bitte eine Koje zu, und bringen Sie mich bitte zur Weihnachtsinsel, mümpfennämlich! Alles weitere erzähle ich Ihnen später, ich möchte mich erst etwas ausruhen, nämlich!“ Einen Moment lang runzelte Mellerbeck die Stirn, brummte dann aber doch: „Hier entlang, Herr Weitwinkel, folgen Sie mir!…Was wollen Sie denn auf der Weihnachtsinsel, wenn ich fragen darf?“ Mellerbeck befürchtete, daß sein U-Boot wieder in eine absolut bescheurte Mission geschickt werden würde. Seine Befürchtung bewahrheitete sich sofort, denn Weitwinkel antwortete: „Ich möchte dort die Reste einer Eisenbahn beschnuffeln, um den Geist der Weihnacht zu erforschen, mümpfennämlich! Die beiden Damen vom ZA sind meine Leibwache, der Chef hat gesagt, sie sollen mich zu meiner Sicherheit begleiten. Aber alles weitere erzähle ich Ihnen, wenn ich mich etwas ausgeruht habe, mümpf!“

Mit diesen Worten kletterte er in die ihm zugewiesene Koje in der Offiziersmesse, mummelte sich ein, zog den Vorhang zu – und war auch alsbald eingeschlafen. Verdattert sah ihm Mellerbeck nach. Ohne sich umzusehen, rief er so laut, das man es in der Zentrale hören konnte: „Fräulein von Mackensen! Bitte einmal zu mir!“

Angelina kam augenblicklich durch das runde Schott aus der Zentrale in die O-Messe gesprungen. „Hier, Herr Kaleu!“ Mellerbeck hatte bereits auf der Back Platz genommen. „Setzen Sie sich!“ Angelina hatte ein sehr süffisantes Lächeln im Gesicht, das auch Mellerbeck nicht verborgen blieb, als sie sich ihm gegenüber setzte.

„Sie sind doch nicht wirklich nur als Leibwächterinnen für den Herrn Finanzminister gekommen, der auf der Weihnachtsinsel ein paar verrostete Industrierelikte beschnuffeln will, oder?“
Angelina mußte nun wirklich schmunzeln. „Natürlich nicht. Diesesmal spiele ich auch direkt mit offenen Karten. Während der Herr Reichskassenwart die Überbleibsel einer alten Bauxit-Eisenbahn erkunden möchte, sind die Oberschwester M’Beke und ich aus einem ganz anderen Grund hier. Wir suchen auch etwas auf der Weihnachtsinsel…“
Mellerbeck riß die Augen auf, und beugte sich nach vorne: „Ich höre?“
Angelina atmete einmal tief durch: „Was wissen Sie über sexuelle Perversionen?“
Mellerbecks Blicke glitten langsam über die Holzvertäfelung der Offiziersmesse bis zu dem vorschriftsmäßigen Bild von ChefleGrand, das dort hing. „Nichts. Rein gaaar-nichts.“
Angelina tat so, als hätte er anders reagiert:

„Wie Sie sicherlich wissen, hat unser Chef ja mal unter anderem Christliche Archäologie studiert…“ sie machte eine abwartende Pause, um sich an dem verwirrten Blick Mellerbecks zu erfreuen. „Schlagen Sie in ihrer Schiffsbibel nach, Markus Kapitel 15 Vers 15 oder Johannes Kapitel 19 Vers 1.“
„Und was finde ich da?“
„Die Passion bzw. die Geißelung Christi durch die Römer.“
So langsam verlor Mellerbeck doch die Geduld: „Und WAS, wenn ich fragen darf, hat das mit mir, meiner Besatzung und U-4711 zu tun?“
„Im Jahre 1946 entdeckte ein britischer Offizier in Palästina in den Ruinen einer byzantinischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert eine besondere Reliquie, die dort verehrt wurde: Die Geißel, mit der Jesus Christus von den Römern vor seiner Kreuzigung geschlagen wurde, als man ihm die Dornenkrone aufsetzte. Dieser britische Offizier ist dann später nach Australien ausgewandert – auf die Weihnachtsinsel, um genau zu sein. Und dort bewahrt er diesen Schatz bis heute auf seinem Anwesen auf.“ Angelina machte wieder eine Pause.
Kapitänleutnant Mellerbeck hatte auf einmal die Augen ganz weit aufgerissen: „Und Sie und Ihre Begleiterung hat man losgeschickt, um dieses antike sado-maso-Gerät aus der Bibel“
„die Geißel des Herrn“ korrigierte ihn Angelina.
„meinetwegen… zu…stehlen?“
„Wir bevorzugen das Wort „rückzuüberführen“. Der Chef möchte die Geißel des Herrn gerne einer“ sie räusperte sich kurz „…wissenschaftlichen Untersuchung unterziehen.“
„Soso…“ brummte Mellerbeck. „Und zur Tarnung fahren wir Herrn Weitwinkel auf die Insel, weil?“
„Weil Herr Weitwinkel der Auffassung ist, daß das Eisenbahnwesen und die Weihnachtszeit durch besondere Weise miteinander zusammenhängen. Also haben wir ihm den Floh ins Ohr gesetzt, daß es auf der Weihnachtsinsel eine Eisenbahnlinie gegeben hat, deren Überreste er nun untersuchen möchte.“
„Ich nehme an, „wir“, das ist nicht nur das ZA, oder?“
„Nein, der Befehl kam von ganz oben.“
„Gott?“ fragte Mellerbeck spöttisch, obwohl er sich die Antwort denken konnte.
„Noch höher: Vom Chef persönlich. Und deshalb werden Sie uns bitte so schnell es geht zur Weihnachtsinsel bringen!“

Mellerbeck seufzte und vergrub sein Gesicht in beide Hände: „Ich bin Kapitänleutnant der Kriegsmarine, Kommandant eines Unterseebootes – und DAS, wirklich DAS ist der Auftrag?“ „Ja genau, so ist es!“ lachte Angelina.

Mein Liebelein hatte mir zwar zugehört, unterbrach mich aber mit etwas völlig anderem: „Was magst du an mir?“
„Deine Füße.“ antwortete ich perplex (aber wahrheitsgemäß)
„Meine Füße?“ sie lachte auf. „Sonst nichts?“
„Doch, schon. Aber deine Füße sind sexy.“
Sie schüttelte schmunzelnd und augenrollend den Kopf. „Ach deswegen wichst du mir dauernd auf die Zehen…Du bist ein Spinner, Chef!“ – und gab mir dann einen Kuß. „Nanana!…außerdem mag ich, daß du deinen Busch über der Muschi schön ordentlich trimmst und pflegst! Du bist viel zu schlank für blank!“ reimte ich. Sie lachte. Jetzt erst ging sie auf meine Geschichte ein: „Und dann ist das U-Boot zur Weihnachtsinsel gefahren?“ „Genau….:“

1Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von der Kaiserin Angela ausging, daß alle Welt maskiert würde. 2Und diese Maskierung war die notwendigste und geschah zu der Zeit, da ein deutsches U-Boot an der Weihnachtsinsel vor Anker lag. 3Und jedermann ging, daß er sich maskierte, ein jeglicher in seiner Stadt und seinem Supermarkt. 4Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5auf daß er sich maskierte mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger. 6Es machte sich ebenso auf ein Landungstrupp vom Schiffe U-4711, das da landete, so das Kaninchen beschnuffeln konnte die Reste der Eisenbahn auf der Weihnachtsinsel um den Geist der Weihnacht zu erforschen. 7Und so machten sich ebenso auf in jener Nacht zwei als Ninjas maskierte Kampflesbierinnen, 8um in Besitz zu holen, was unsern Herrn Jesu Christ durch Schmerz hat leiden lassen, auf das er in den Himmel aufstieg, 9wie auch sub fliegt durch den Schmerz. 10Wie auch er durch Demut seinem Herrn erlöst, so auch findet sub Erlösung durch Demut. 11Dies heilige Gerät, mit dem die Büttel Roms den Herrn knechteten, knechte von nun an den Leib der sub. 12Und der Chef sprach: Siehe die zwölf Enden dieser Geißel, denn es ist die Geißel des Herrn!“

„Und mit dem Ding hast du mich so verdroschen?“ fragte mich mein Liebelein. „Ja. Das war das Gerät, das dich hat fliegen lassen!“ Sie dachte nach. Ihre Augen waren irgendwie verklärt. „Du bist böse, Martin! Ich liebe dich.“ – dann leckte sie mit ihrer Zunge über meine rechte Gesichtshälfte. „Du weißt schon, daß mich das geil macht, wenn du mir das Gesicht ableckst?“

„Du hast mich ja auch meinen Buttplug ablecken lassen. Das hat dich auch geil gemacht…“
„Und?“
„Und…mich auch…und das, obwohl da noch Land mit bei war!“
„Tja…passiert.“ Ich küßte ihr sie Stirn.
Sie atmete tief ein und aus. „Das war… hammer!..Danke Martin!“
nach einigem überlegen fragte sie: „Wirst du mich auch mal an andere Männer verleihen? So wie in den Videos? Und mich endlich koksen lassen, wenn wir ficken?“
„Natürlich, Liebelein. Aber das wird mein Weihnachtsgeschenk für dich. Glücklicherweise hast du ja genau wie Jesus am 25. Dezember Geburtstag.“
„Warum erst dann? Das sind ja noch anderthalb Wochen?!“
„Weil du noch fünfzehn bist. Und bis es soweit ist, gehörst du nur mir, verstanden?“
„Ja!“
Wir küßten uns.

Hier die weiteren, folgenden Beiträge zu diesem Projekt:

06.12. @eheherrin-> https://bdsmkettensklave.wordpress.com/

11.12. @MrsSarahBlume-> https://www.sarah-blume.de/

16.12. @LaMadameDomme-> https://skrollans.wordpress.com/

21.12. @TanjaRuss_Autor-> https://tanjaruss.de/

24.12. @Einsiedlerine-> https://sofiesgeheimewelt.wordpress.com/

2 Gedanken zu “Die Geißel des Herrn

  1. Pingback: Das Weihnachtsmärchenbuch 2020 #Blogparade – Sarah Blume

  2. Pingback: Null, drei, Sklavin zur Weihnacht? – SM BDSM Kettensklave Michel

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