Die Kink-Aufsichtsbehörde

(dpa)(Reuters)(rhpa)

Hauptstadt. Nachdem es in den letzten Wochen und Monaten in den sozialen Netz- und Hetzwerken immer wieder zu grob fahrlässiger Verbreitung von Un- und Dummfug bezüglich BDSM, kinks, Übrgriffigkeit und Feminismus gekommen ist, zieht die Regierung nun die Notbremse:

Zum 14. Juli nimmt die neu gebildete Kink-Aufsichtsbehörde in ihrem eigens errichteten neuen Dienstgebäude am Gräfenbergplatz/Ecke Wartenbergstraße ihre Arbeit auf. Ab diesem Stichtag entscheidet alleine die Kink-Aufsichtsbehörde, was im BDSM-Bereich angemessen oder verboten, übergriffig oder erlaubt ist. Bislang werden entsprechende Urteile von oft nicht qualifizierten und/oder ahnungsfernen Privatpersonen (Blogger, Gurus, Podcastern, Aktivisten) ausgesprochen. Dies sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Empörung un Unverständnis in der Szene. Künftig haben einzig die Entscheidungen der Behörde Gültigkeit, sie werden nicht angefochten werden können, und sind nur durch einen päpstlichen Dispens oder ein Veto des Chef zu revidieren.

Grundlage für die Arbeit der Kink-Aufsichtsbehörde ist zum einen das Schlampenschutzgesetz (SchlSchG, 2004) zur Förderung der selbstbewußt fickenden Frau (§147, Abs.2-5), sowie das Jungefrauenförderungsgetz nach Maßgaben des ZA (JffGZA, 2001) zur Wiederaufrichtung gefallener Mädchen (§35, §37 und §38a), sowie das Bildungsgesetz zur Verhinderung der Verbreitung von Dummschwätzerei (BGVVD, 1990, 1998, 2009-14) zur Haltsmaulhaltung-sonst-explodiert-hier-gleich-was (§2, §3a,b und §5).

Auf unsere Frage an die kommissarische Leiterin der Behörde, Ministerialdirigentin Gräfin Daniela-Ghislaine Freiin von Geiselhardt-diMarci (Oberschwester i. Waffen-ZA d.Res., EK II, MdR, Anm. d.R.), warum nicht das „güldene Buch des BDSM“ als Grundlage für die Arbeit der künftigen Kink-Aufsichtsbehörde herangezogen wurde:

Zum einen steht in diesem Buch bekanntermaßen sehr viel Unsinn, zum anderen schreiben wir den Leuten nicht vor, was sie tun sollen, wir überwachen lediglich die Einhaltung der vernunftbezogenen Regeln und schlichten Streitfragen mit behördlichen Bescheiden. Bubble-Battles wie in der letzten Zeit auf twitter, werden damit künftig der Vergangenheit angehören.

Frau von Geiselhardt-diMarci, wem wird die Arbeit der Kink-Aufsichtsbehörde am ehesten nützen?

Im Vordergrund stehen alle traurigen, verheirateten, berufstätigen Mütter bzw. Frauen – die endlich, endlich mal hart rangenommen werden wollen, aber durch das hochtrabende Luxus-Muschi-Gehabe von selbst ernannten Aktivistinnen derartig eingeschüchtert sind, das sie sich in ihr unglückliches unterspanktes Dasein zurück ziehen. Es kann einfach nicht sein, das solche Frauen von diesen Aktivistinnen erweckt und wachgeküßt werden, und dann durch suboptimale Spieldates mit unterqualifizierten Doms in fragwürdigen Hotelzimmern entmutigt, sich wieder in ihre Aramsamsam-Home-Schooling-Schneckenhäuser zurückziehen. Diesen Frauen wollen wir helfen. Daher werden wir an diesen beiden Punkten, den falschen Propheten, wie auch den ungeeigneten Doms, ansetzen.

Mit welchen Instrumenten wird die Kink-Aufsichtsbehörde arbeiten?

Wir werden neben den Kontrollen des gesetzlichen Mindestspankings, der vollen Kuschelfortzahlung im Absturzfall auch die Kontrolle, Ausstellung und Entziehung der Dominanz-Lizenz übernehmen, da sich zur Zeit leider viel zu viele Menschen beiderlei Geschlechts zum „Dom“ bzw. „Dommse“ sein berufen fühlen, die selbst unser Chef, selbst an eineim schlechten Tag, zum Frühstück essen würde. Ganz wichtig ist aber, das wir rechtsverbindliche Grundsatzentscheidungen werden treffen können, zB zum Thema „Übergriffigkeit“. Da werden teilweise von Menschen Sachen in die Welt gesetzt, die in letzter Konsequenz dem BDSM nur abträglich sind, weil sie junge und/oder unerfahrene Menschen fehl und irreleiten.

Können Sie darauf etwas näher eingehen, gnädige Frau?

Im vorliegenden Fall handelt es sich noch um ein laufendes Verfahren, zu dem ich mich derzeit noch nicht äußern kann. Allerdings kann ich es so grob umschreiben: BDSM ohne Übergriffigkeiten, ist, als ob man in der Formel 1 nur noch mit Elektroautos führe. Das ist dann aber keine Formel 1 mehr, sondern die Formel E. Also langweilig.

Kein BDSM mehr?

Richtig. Gerade im Bereich des D/s: BDSM ohne Übergriffigkeit, Krieg ohne Munition, Bier ohne Alkohol: man braucht gar nicht erst anzufangen. Wer etwas anderes behauptet, wird in Zukunft mit dem eigens ausgearbeiteten neuen Strafenkatalog in Berührung kommen, oder zumindest eine Nachschulung durchlaufen müssen.

Was wollen Sie verhindern?

Es kann zB. nicht sein, daß unqualifizierte Männer, oder aber Frauen, die noch nie ein Kind zur Welt gebracht haben, anderen Frauen, die Mütter sind, irgendetwas über Schmerzen erzählen wollen. Ich selbst hatte eine Totgeburt. Wer körperliche oder seelische Schmerzen nicht kennt, soll sich diesbezüglich nicht zum Lehrer über andere aufschwingen. Genausowenig kann es sein, das den Frauen, die sich nach einem Mann sehnen, der sich nimmt, was er will, erzählt wird, sie seien Opfer eines Übergriffs – und sich dadurch verunsichert fühlen. Es gibt sie, diese Frauen, hundertfach, tausendfach. Und es kann nicht sein, das dominante Männer a priori zu bösen Cis-Predatoren erklärt werden, weil sie die Schlampe aufs Bett drücken, im Nacken packen und in den Arsch ficken bis es qualmt. Wenn die selbstbewußte Frau und Schlampe das möchte, ist das kein mißbräuchlicher Übergriff, sondern einvernehmliches Ficken. Und für diese Leute werden wir da sein, und kämpfen.

Wie wird ihre Arbeit in Zukunft aussehen?

Wir werden Urteile fällen, die unumstößlich sind. Wir werden dominanten Menschen auf die Finger sehen, wir werden submissiven Menschen Hilfe geben – aber auch beide in ihre Schranken weisen, wenn sie wider die Vernunft und den gesunden Menschenverstand Unsinn schwafeln, und damit weite, unterspankte Menschen in innere Unsicherheit und Verwirrung bringen.

Wir bedanken uns bei der Ministerialdirigentin Gräfin Daniela-Ghislaine Freiin von Geiselhardt-diMarci für diese Ausführungen. Die Kink-Aufsichtsbehörde wird einen vorläufigen Personalbestand von 147 hauptamtlichen verbeamteten Mitarbeitern haben (zu einem Drittel abkommandiert von der Rechtsabteilung des ZA), und zunächst ein mobiles para-Tactikon (Sondereinsatzkommando) von 50 Mann zur Verfügung haben.

2 Gedanken zu “Die Kink-Aufsichtsbehörde

  1. Pingback: Umzug — Die Wahrheit über die Trennung – Sarah Blume

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