Eine Dienstreise nach Washington

Das ich chronisch pekuniär unterversorgt (pleite) bin, ist ja kein Geheimnis.
Dabei wäre etwas Geld ja ganz nett, man könnte sich ein paar Annehmlichkeiten anschaffen, man könnte mit Benzingeld zu netten Leuten fahren, und mit denen nette Dinge tun. (Snooker gucken, Spiele spielen, rrrr usw.)
Wie nun an Geld kommen?
Nun – der amerikanische Präsident ist ja gelernter Bauunternehmer, und möchte einen Zaun bauen. Jut.
Und wer meine tweets regelmäßig liest, der wird vielleicht mitbekommen haben, das ich im Februar mich näher mit dem Limes beschäftigt habe (für mich als Althistoriker ja nix ungewöhnliches).
Man wird aber vielleicht auch mit bekommen haben, das ich meine Außenministerin und meinen Finanzminister nach Washington geschickt habe. (Weitwinkel twitterte ja etwas von „Dienstreise“). Die beiden hatten sich etwas ausgedacht, und ich hatte versäumt, das rechtzeitig zu unterbinden.
Man wird vielleicht auch gelesen haben, das ich @realDonaldTrump auf einen Kaffee zu mir nach Hause eingeladen hatte.
Und man wird vielleicht auch gelesen haben, daß ich meinen letzten gefährlichen IKEA-Stuhl zerhackstückelt habe.
Und die ganze Welt hat mitbekommen, was der amerikanische Präsident über Schweden getwittert hat… #lastnightinSweden ist das Stichwort.
Ich gebe hiermit offen zu: die ganze Affäre geht eigentlich auf die Kappe meiner Minister – und letztendlich auf meine, weil ich Geld brauche, um all die lieben twitteranten*innen mal zu bespiel..äh..zu besuchen.
Doch lest selbst…
(Willkommen im Land der alternativen Fakten)

Ostküste der USA, Februar 2017:

Über den Potomac-River fliegt ein viermotoriges Flugzeug mit Ziel Washington DC. Der Pilot, Heinz Brillé, hat den Sinkflug bereits eingeleitet.
Das Flugzeug ist vom technischen Stand her gesehen nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Achtzig Jahre sind seit dem Erstflug des Flugzeugtyps vergangen. Doch diese Focke-Wulf 200 ist noch realtiv neu, Baujahr 1998.
Heinz Brillé, betätigt die Bordsprechanlage.
„Frau Minister, in 15 Minuten erreichen wir den Dulles-Airport.“ klingt es knarrend aus den Lautsprechern.
Aus einem der Fenster blickt neugierig und auch etwas wehmütig ein Hase auf die Tragflächen, die Motoren mit den sich drehenden Propellern und auf den Potomac-River.
Er war schon mal hier – damals, als junger Hase…aber das ist schon lange her.
„Kommen Sie, Weitwinkel… wir sind gleich da!“
Ächzend reckte sich Kerstin Maier in ihrem Ledersessel, und streckte sich noch einmal, bevor sie aufstand.
Dadurch wurde auch Athanasius Weitwinkel aus seinen Gedanken gerissen. Er reckte und streckte sich ebenfalls, bürstete sich mit seinen Pfoten die langen Ohren und zupfte sich seinen Talar zurecht.
Kerstin nutzte die verbleibende Zeit, um sich noch eine Zigarette anzuzünden, und einen Kaffee zu sich zu nehmen. Aber einen von der Sorte „Herzschrittmacher“.
Weitwinkel hingegen öffnete eine kleine Plastikdose, der er ein in Papier eingewickeltes Schinkenbrot entnahm, und drei Gurkenscheiben.
„Glauben Sie, wir bekommen da nichts zu essen?“ wunderte sich Kerstin.
„Doch das schon,“ antwortete Weitwinkel, das Schinkenbrot samt den Gurkenscheiben müffelnd, „aber wenn ich mein Hasenbrot wieder mit nach Hause nehme, dann werde ich traurig, weil ich es nicht gegessen habe.“
Eine Viertelstunde später rollte die Focke-Wulf über das Rollfeld des internationalen Flughafens von Washington.

Die beiden wurden ohne offizielles Zeremoniell, aber mit hohen Sicherheitsvorkehrungen vom Flughafen in die Innenstadt von Washington DC gebracht. Sie hatten nicht viel Zeit, sich umzuziehen, oder sich anderweitig vorzubereiten. Der, zu dem sie wollten, hatte einen engen Terminkalender.
Und so saßen denn Kerstin Maier, meine Außen und Kriegsministerin und Athanasius Weitwinkel, das Kaninchen und mein Reichskassenwart, zwei Stunden später im Vorzimmer des Oval Office, und warteten, zum mächtigsten Twitteranten der Erde vorgelassen zu werden. Weitwinkel hatte zu diesem Zweck extra seinen Talar und die Halskrause gegen einen schwarzen Frack mit Vatermörder eingetauscht.

„Huch…“ wunderte sich Weitwinkel, „die haben hier aber sehr umgebaut!“
„Sie waren schon mal hier?“ wunderte sich un Kerstin.
„Ja…das war 1814, im zweiten Unabhängigkeitskrieg…“
„Moment… zweiter Unabhängigkeitskrieg? Hab ich in der Schule was verpaßt?“
„Wahrscheinlich werden Sie davon gar nichts in der Schule unterrichtet bekommen haben… das war einer der „vergessenen Kriege“, werte Frau Maier.“
Weitwinkel betrachtete nachdenklich die Stuckarbeiten an der Decke und die goldenen Leuchter an der Wand, bevor er fortfuhr: „Im Zuge des Koalitionskrieges gegen Napoleon erklärten auch die noch jungen USA dem Vereinigten Königreich den Krieg… es war im August 1814, als General Ross mit der britischen Armee den Potomac River hinauf zog.“
„Und da waren Sie dabei, Weitwinkel?“ fragte Kerstin mit zweifelndem Unterton.
„Ja… als 1st Lieutenant der „King´s Hare Dragoons“ nahm ich an der Schlacht von Bladensburg teil. Oberst Thornton überquerte mit dem 85. Regiment die Brücke, und am Abend des 24. August ist die britische Armee in Washington einmarschiert.
Wir haben alles angezündet: das Kapitol, das Repräsentantenhaus und auch das Finanzministerium. An diesem Tag beschloß ich, mich der Kunst des Finanzwesens zu widmen…“
„Moment, moment…“ unterbrach ihn Kerstin, ich dachte, sie wären nur 2nd Lieutenant gewesen?“
„Im ersten Unabhängigkeitskrieg, als wir versuchten, die Rebellion unter Mel Gibson und George Washington im Keim zu ersticken, ja.
Ich war zwischenzeitlich befördert worden.“
„Achso…“ seufzte Kerstin die Augen rollend.
„Naja…jedenfalls haben wir halb Washington geplündert, und auch dieses Weiße Haus hier gestürmt. Wir fanden sogar noch die Tafel für 40 Personen gedeckt – offenbar hatte Präsident James Madison eine Siegesfeier geplant. Stattdessen haben Wir dort dinniert: Oberst Thornton, General Ross, ich…und Konteradmiral Cockburn…“
Kerstin mußte anfangen zu kichern. „Wie hieß der?“ fragte sie giggelnd.
„Cockburn, Admiral Sir George 10th Baronet of Cockburn, Träger des Order of Bath… er wurde später sogar erster Seelord der Admiralität…warum fragen Sie?“ fragte Weitwinkel irritiert zurück, da Kerstin unweigerlich lachen mußte.
„Ach nichts Weitwinkel…Ist schon gut. Erinnern Sie mich aber bitte daran, daß wir Martin auf dem Rückweg noch Bepanthen aus der Apotheke mitbringen.“
„Oh…hat der Chef sich etwa weh getan?“
„So in etwa…er hat etwas viel Morgengymnastik betrieben.“ Kerstin mußte immer noch giggeln, und Weitwinkel verstand nicht wieso und weshalb.
Und da Kerstin ihn nicht weiter in diesem irritiertem Zustand lassen wollte, bemühte sie sich, ernst zu bleiben.
„Sie haben also hier im Weißen Haus ihren Sieg über die Amerikaner bei einem Dinner gefeiert?“
„So ist es. Es gab pürierte Mohrrübensuppe. Sehr schmackhaft! Aber schon zwei Tage später mußte ich General Ross und die britische Armee hier in Washington verlassen, und schiffte ich mich nach Europa ein.“
„Warum das?“
„Fürst Metternich hatte mich nach Wien eingeladen, auf ein Stück „vom großen Kuchen“, wie er mir damals schrieb.“
Weitwinkel wurde etwas weinerlich, und seufzte traurig
„Als ich dann in Wien ankam, mußte ich leider feststellen, das er nicht ein Stück einer Sachertorte gemeint hatte, so wie ich gehofft hatte, sondern ein Stück aus der Konkursmasse des napoleonischen Europas.“
Er wischte sich eine Träne aus dem Auge und schnüffte traurig.
„Und dann haben die Briten die Schlacht von New Orleans verloren, und der britisch-amerikanische Krieg ging unentschieden aus, die Amerikaner blieben unabhängig, und ich hab bis heute kein Stück Kuchen bekommen! Mümpf!“
Kerstin versuchte Weitwinkel zu trösten:
„Ach Weitwinkel…an ein Stück Kuchen ist noch dranzukommen… und dank ihrer genialen Drogenbeschaffung zu Martins virtuellem Twittertreffen letztes Jahr (Link), hat unser U-Boot doch ein Schiff der US-Küstenwache versenkt.“
„Ja, das stimmt allerdings.“ Weitwinkels Miene hellte sich wieder etwas auf.
„Aber das dürfen wir dem Herrn hinter dieser Tür nicht verraten!“ warnte ihn Kerstin eindringlich.
„Natürlich nicht!“
„Genausowenig, das wir letzten Herbst in geheimer Mission auf einem US-Stützpunkt rumgeballert haben…!“ (Link zum 1. von 12 Teilen)
„Selbstverständlich! Wir wollen ihm ja etwas verkaufen!“

Die beiden wurden unterbrochen: Aus der zweiflügeligen Mahagoni-Tür kam ein Butler getreten.
„Misses Secretary Maier, Mister Secretary Whytwinkle… Mr. President Trump awaits you!“
Meine Außenministerin und mein Finanzminister erhoben sich, und folgtem dem Butler durch die Tür ins Oval Office.

Donald Trump saß hinter seinem Schreibtisch, und erhob sich, als Kerstin und Weitwinkel eintraten.
„Aaaah…Welcome in the White House!“ mit gespielt herzlicher Geste trat er an Kerstin heran, und gab ihr die Hand.
„Miss Maier…nice to meet you!“
„Mr. President, its a great honour!“
Dann trat er zu Weitwinkel: „Mr. Secretary Whytwinkle…nice to meet you…you have damn long ears!“
Athanasius Weitwinkel, ganz Kaninchen und ganz Diplomat, verbeugte sich dezent, und gab zurück: „as damn long as your hair, Mr. President. Nice to meet you!“ (worauf sich der arme Weitwinkel einen Stups in die Rippen von Kerstin einfing)
„Weitwinkel!“ zischte sie ihn an.
„Entschuldigung!“ hummelte er zurück, ohne das Donald Trump dies hörte. „Aber dieses Land sollte rechtmäßig zu Großbritannien gehören, und dieser Mann, wie alle anderen Amerikaner auch, Untertan der britischen Krone sein…hummel…mümpf…nämlich!“

Unterdessen hatte Donald Trump wieder Platz hinter seinem Schreibtisch genommen, Kerstin und Weitwinkel saßen auf auf der anderen Seite.
Donald Trump lächelte Kerstin grenzdebil an, und fragte: „What brings you to me, Miss Maier?“
„Mr. President, as the official respresentant of our head of state, Martin Mundorf, we congratulate you to your election to the 45th President of the United States. As he already did on twitter, Mr. Mundorf invites you for a cup of coffee at his place.“
„Yea… I remember… there was such an invitation… what was the nickname of your boss again?“
„@ChefleGrand, Mr. President.“
Donald Trump wischte auf seinem Smartphone herum… „Ah…got him!“
[Anm. d. Redaktion: Er muß wohl in diesem Augenblick meinen tweet mit meinen kaputten Küchenmöbeln gesehen haben (https://twitter.com/ChefleGrand/status/832193967538204672)%5D
„What does that mean?“ fragte Trump verständnislos, und hielt Kertstin und Weitwinkel das Smartphone hin, auf dem der tweet bezüglich IKEA und Küchenmöbeln samt Bild zu sehen war.

Es war fatalerweise Weitwinkel, der antwortete:
„Our Chef was attacked by a sneaky and dangerous piece of swedish furniture. He had to fight it.“
„So bad!“ antwortete Trump. Was er verstanden hatte, und was er danach twitterte, weiß heute die ganze Welt, ohne zu wissen, auf was sich das eigentlich bezog…
Nachdem der mächtigste Mann der Welt diesen tweet abgesetzt hatte, wandte er sich wieder an Kerstin: „When I come to Waldorf, I will meet him!“
„The people there already prepare for a „make-Waldorf-great-again“-campaign for their local carnival-parade, as far as I know…“ antwortete sie, und fuhr fort:
„But for now, Mr. President, lets talk about the business…although politics is always a nasty and dirty business…“
Nach einem kurzen Blick und druchscrollen der Timeline von @ChefleGrand, schmunzelte Trump: „Obivously as well as a kinky business, according to your head of state…“
„Oh…yes…well…“ Kerstin wollte endlich zum geschäftlichen Teil kommen.
„Mr. President, your intention is, to build a wall at the border to Mexico…“
Trumps Miene wurde schlagartig ernst, und er sprang aus seinem Sessel auf, so plötzlich, das Weitwinkel vor Schreck zusammenzuckte, und rief laut mit ausgestreckten Armen in Siegerpose: „And the mexicans will pay for it!“
Als er merkte, das niemand ihm zujubelte, Weitwinkel ängstlich zusammengezuckt und Kerstin ungerührt in ihren Sessel sitzen geblieben waren, strich er sich etwas peinlich berührt über seine Krawatte und setzte sich wieder hin.
„Yesss…“ begann Kerstin wieder etwas genervt, „ and therefore…our country offers you to help you building that wall. We actually like to offer two different patterns of a wall to the US-administration.“
„Well… let me see…“
Kerstin wandte sich zu Athanasius Weitwinkel: „Weitwinkel…wären Sie so freundlich?“
„Was?…äh…ja, natürlich!“ er erwachte aus seiner Starre, und beeilte sich, das Köfferchen das er die ganze Zeit bei sich getragen hatte, zu öffnen. Er holte aus diesem Köfferchen zwei kleine Modellbaudioramen hervor, beide im Maßstab H0, so daß sie auch gute auf jede Modelleisenbahnanlage gepaßt hätten.
Weitwinkel stellte beide Dioramen vor Präsident Trump auf den Tisch.
Kerstin deutete auf das erste, und begann zu erläutern:

„The first pattern we would like to offer you is a genuine german invention.
Its called „Erich 76“, it contains a wall, a mine-strip, nightvision and auto-detecting selfshooting devices. If you like, you can always update it with german shepard guarding-dogs… and tiny cars for the guards…“
Weitwinkel setzte hastig ein 1:87 Modell eines NVA-Trabanten auf die Mitte des Dioramas.
Trump besah sich das ganze sehr wohlwollend nickend.
„Well…looks very professional…great job! Beautiful!“
„But there is one disadvantage, Mr. President…“ gab Kerstin zu bemerken.
Verwundert drehte sich Trump zu ihr um „What is it?“
„Well…to be honest…the „Erich 76“-pattern doesnt allow any crossing…in no direction. The Mexicans wont get in, but the US-citizens wont get out likewise…they will be killed at any attempt to leave the US.“
„So bad!“ seufzte Trump enttäuscht.
„Its typical german engineering… its more effective than it has to be…“ gab Kerstin kleinlaut zu.
„What about the other one?“ Trump besah sich nun das andere Diorama.
Hier erläuterte nun Weitwinkel:
„This a roman-style of a fortificated border. The Mexicans, even all Latinoes, may feel a little bit more comfortable with a wall, which is invented by native latin-speakers…“
Auch dieses Diorama besah sich Donald Trump ganz genau: Es gab einen langen Graben, dann einen Erdwall, auf dem eine Palisade aus zugespitzten Holzpfählen stand, und dahinter ein klassischer Limesturm, dessen Obergeschoß [übrigens historisch nur bedingt richtig, Anm. d. R.] in Fachwerk ausgeführt war.
„Nice framework…“ brummte Trump. „looks bavarian.“
„Barbarian!“ korregierte ihn Weitwinkel.
„Those watchtowers will be implemented every 147 double perch, or 1470 meters, or every roman mile, so to speak.“ ergänzte Kerstin.
„Beautiful…just beautiful…“ sprach Trump, mehr zu sich selbst. „I love those tiny details…these soldiers with their helmits and javelins… even the green gras!“
„Well“..seufzte Weitwinkel, der drei Tage damit zugebracht hatte, dieses Diorama aus den verschiedensten Modelleisenbahnzubehörartikeln zusammenzukleben.
(Und sich dabei des öfteren das Fell mit Kleber, Kunstgras und Islandmoos versaut hatte…)
„It looks really fantastic…“ Trump war sichtlich begeistert. „But is it save enough?“
„We guarantee the savety of that kind of wall for 250 years… as long as no Francs, Goths and Alemanns try to enter the US, if I may say so.“ erklärte Weitwinkel.
„And by building this roman-style pattern, you will earn a place in history.“ setzte Kerstin vielsagend hinzu.

Donald Trump erhob sich wieder.
„Well… I will discuss these two models with my councelors. And when I go to visit your ChefleGrand in the beautiful land of Waldorf, we will make a contract!
Lets make Chef great again!“
Mit einem aufgesetzen höflichen Grinsen seufzten Kerstin als auch Weitwinkel innerlich – in der steten Hoffung einen guten Deal zur Aufbesserung der Finanzlage eingefädelt zu haben.

Während Weitwinkel die Dioramen, die er um keinen Preis Donald Trump überlassen wollte, wieder in das Köfferchen verstaute (zuviel Bastelarbeit hatte er hineingesteckt), trat Trump nahe an Kerstin heran.
„Well… Please tell Mr. Mundorf, that I congratulate him by havin´ a such smart, beautiful Foreign Secretary, as you are, Miss Maier!“
während er dies sprach, verirrte sich eine Hand von Donald Trump von hinten in Kerstins Schritt.
Sie blieb relativ gelassen, und antwortete nur: „Mr. President, I guess, this is the begin of a most intesive partnership…“
„As you say, Misses, as you say“ säuselte Trump.
Und Kerstin säuselte dem amerikanischen Präsidenten ebenso ins Ohr zurück: „Grabbing a pussy is always a good decision, Mr. President. Trust me…. I´m lesbian!“
Blitzartig zog Trump seine Hand wieder weg, und machte einen Schritt nach hinten. Er schaute sie einen Moment zweifelnd an, und begann dann zu lachen, da er offenbar an einen Scherz glaubte. Mit ausgestrecktem Zeigefinger auf sie deutend meinte Trump: „Thats my bitch!“
Kerstin, ebenso einen Schritt zurückgetreten, setzte wieder ein gekünseltes lachen auf, machte die gleiche Zeigefingergeste, und antwortete „Thats my President!“ – um sich dann blitzartig umzudrehen, und mit einem Eishauch in der Stimme zu sagen: „Weitwinkel, wir gehen!“
Weitwinkel hatte unterdessen sein Köfferchen wieder zugepackt, und von Donald Trump eine Mütze und ein Fähnchen mit „Make America Great Again“ in die Hand gedrückt bekommen – er verabschiedete sich hastig vom mächtigsten Mann der Welt, und folgte Kerstin eilig durch die Tür.

Als die beiden von den Security-Leuten des Weißen Hauses durch lange Korridore zum abfahrbereiten Auto geleitet wurden, zeterte Kerstin:
„Der hätte wissen können, das ich lesbisch bin. Die Kellyanne Conway hätte es ihm sagen müssen.“
„Warum das denn?“ fragte Weitwinkel.
„Weil ich während meines Jurastudiums ein Auslandssemester in Boston zugebracht habe – dort lernte ich Frau Conway kennen – und hab mit ihr geschlafen.“
„Oh…“ entfuhr es Weitwinkel, der wieder etwas verwirrt wirkte. „aber…aber…ihre Frau, die Frau oConnor, Gott habe sie selig, wußte die denn davon?“
„Das will ich doch stark annehmen, Weitwinkel“, Kerstin zuckte mit den Schultern, „die hat auch mit ihr geschlafen!“
„Doppel-oh!“ entfuhr es wieder Weitwinkel, der nun total verwirrt stehen blieb. Als er sich wieder geistig sortiert hatte, war Kerstin schon an der Hintertür, an dem der Wagen auf die beiden wartete, angekommen.
Weitwinkel, holte einmal tief Luft, und rief dann, zum Erstaunen der Security und zu Kerstins Entsetzen: „God save King George the third!“, um dann hinter Kerstin her zu rennen.
Die rollte nur entsetzt mit den Augen:
„Oh Gott Weitwinkel, machen Sie, das Sie in den Wagen steigen!“
„Das hab ich beim letzten Mal, als ich hier war, auch gerufen, hihihihi!“ – sprach der Hase und sprang in die offene Tür des wartenden Autos.

Als die beiden Platz genommen hatten, und zum Flughafen gefahren wurden, seufzte Athanasius Weitwinkel: „Sie können froh sein, daß ich das Weiße Haus diesesmal nicht angezündet habe…!“
„Hätten Sie vielleicht besser mal gemacht, Weitwinkel…hätten Sie vielleicht besser mal gemacht!“ brummte Kerstin. „Ich kann immer noch nicht fassen, das wir grade versucht haben, Donald Trump Grenzanlagen zu verkaufen…!“
„Aber irgendwie muß unser armer Chef ja zu Geld kommen…mümpf!“ seufzte Weitwinkel
„Hoffen wir mal das beste, Weitwinkel!“

Kurze Zeit später erhob sich die Focke-Wulf 200 wieder in den Himmel, und nahm Ostkurs, auf den Atlantik. Zielflughafen: Bengener Heide, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Germany.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s