Rubber, Rabbits and the MagicWand – Teil 6

Dieser Teil der Erzählung handelt eigentlich nach dem Abenteuer Weitwinkels und Johannas in Vietnam, ist aber ein kleiner Vorgriff, um die anderen Handlungsstränge der Gesamtgeschichte wieder aufzugreifen.

Fortsetzung von Teil 5

„Martin Hermannowitsch…wir müssen reden!“
wie die Anrede es vermuten läßt:
Ich hatte Besuch von Nikita Sergejewitsch Pavlov, dem russischen Botschafter in meinem kleinen Land.
Sein Alter war unschätzbar – aber er war alt.
Auf seinem kantigen, leicht breschnewskischem Kopf thronte eine Haartolle, die sich ob der Einbetonierung in Pomade seit den frühen 50er Jahren nicht mehr bewegt hatte.
Diese grau-strähnige Pomadenfrisur war die leninsche Einbalsamierung im friseuristischen Kleinformat.
Und wie sich das für undefinierbar alte Russen gehört, trug er eine etwas abgewetzte Uniform, die über und über mit Orden behangen war.
„Held der Sowjetunion“, „Held der Arbeit“, „Rotbanner-Orden“, „Lenin-Orden“, „Held der russichen Föderation“, allerdings auch ein „ZA-Freundschaftsabzeichen“ und den snöffischen „Blumenorden 2. Klasse“ , um nur die wichtigsten zu nennen.
Im Mund hatte er eine Reihe schöner Goldzähne – ein alter Russe halt. Wann immer ich ihn traf, und das Gespräch auf russische, respektive sowjetische Geschichte kam,
sprach er mit verklärendem Blick vom „großen Genossen Stalin“, und wurde dann trotz seines durch das Alter gebeugten Körperhaltung um ein paar Zentimeter größer.
Aber alles in allem war er eigentlich ein netter Mensch – denn er brachte mir stets russische Zigaretten mit. „Belamorkanal“ – eine Marke, wirklich nur was für Kenner.
Mit zu knickendem Pappröhrechen als Filter. (wers nicht glaubt, der frage bitte meinen Russischlehrer von der Universität, Herrn Dr. Rammelmeier (nicht lachen, der hieß wirklich so!) – der hat in einer ersten Unterrichtsstunden Zigaretten an uns Studenten verteilt.)

„Mein lieber Nikita Sergejewitsch… was verschafft mir denn die Ehre, ihres Besuchs?“
„Nun…ihr Geheimdienstchef…“
„Dr. Heimlich?“
„Ja…Dr. Heimlich. Er hat sich letztes Jahr und auch in diesem Jahr längere Zeit in der Volksrepublik Korea aufgehalten…“
„Das stimmt allerdings. Er war auf Fortbildung.“
„Nun…“ …er sprach zögerlich, so wie man das von Diplomaten sowjetischer Prägung ja gewohnt ist „…in Moskau ist man besorgt, wenn sich ihr Geheimdienstchef dort aufhält!“
„Nikita Sergejewitsch… ich bin ein langzeitarbeitsloser Althistoriker. Ich glaube, die russische Föderation hat andere Probleme, als sich mit dem
Aufenthaltsort eines fiktiven Geheimdienstchefs zu befassen.“
„Das mag sein, Martin Hermannowitsch, das mag sein…aber die Sache ändert sich, wenn ihr Geheimdienstchef einen Golem erschafft, und danach weltweit nach einem verschwundenen Rabbiner sucht, der ihm dabei geholfen hat.
Advents/Weihnachtsfolge 2016 Teil 1
Und wenn dieser Golem außer Kontrolle gerät, könnte das eine Art neuer Bedrohung sein. Und das, mein lieber, interessiert Moskau sehr wohl.“
Ich rollte mit den Augen.
„Wir haben den Golem letztes Jahr mit Hilfe eines Spezialisten wieder einfangen und „abschalten“ können. Er stellt keine Bedrohung für sie dar, glauben sie mir das!“
Advents/Weihnachtsfolge 2016 Teil 3
(ich hoffte inständig, das ich meinen eigenen Worten würde glauben können, denn ich hatte nun längere Zeit nichts mehr von Dr. Heimlich oder der Suche nach dem Rabbiner gehört.
Es wunderte mich auch nicht wirklich, daß ich auf diese ganze, eigentlich geheime Angelegenheit vom russischen Botschafter angesprochen wurde. Der FSB schien tatsächlich doch
recht genau über die Umtriebe meines Dr. Heimlich bescheid zu wissen.)
„Sie brauchen aber den Rabbiner, um den Golem endgültig deaktivieren zu können. Ich kann ihnen versichern, daß die russische Regierung alles tun wird, um Ihnen bei der Suche nach Rabbi Löw zu helfen.“
„Das freut mich zu hören…“ antwortete ich. Ich blickte Pavlov an. Irgendwas hatte er noch.
„Der Präsident hat mich nicht nur zu Ihnen geschickt, weil sie ihren eigenen Geheimdienstchef oder den Rabbiner nicht finden können…“
Ich zog die Augenbrauen hoch – ich wußte ja nichtmal, das ich meinen Dr. Heimlich „verloren“ hatte.
„Vor einiger Zeit ist ein Stealth-Schiff ihrer Marine im südchinesischen Meer aufgetaucht.“
Damit konnte er nur den „Khedive“ meinen, das Schiff, das sich Weitwinkel ausgeborgt hatte, um Johanna zu retten – und was auch immer die beiden dann noch in Asien zun tun hatten.
Rubber, Rabbits and the MagicWand Teil 1
„Ich hab keine Ahnung wovon sie reden, Nikita Sergejewitsch.“
Er lächelte mich an :“Uns ist es im Prinzip egal, wenn sie die Chinesen ärgern, Martin Hermannowitsch, aber wenn eins ihrer Schiffe in Ostasien Unruhe stiftet, ihr Geheimdienstchef in Nordkorea unterwegs ist – während gleichzeitig sich der amerikanische Präsident mit Kim Jong-Un einen Atompoker liefert, dann berührt diese Angelegenheit unsere pazifische Interessenssphäre.“
„So…tut sie das?“
Pavlov machte eine übertrieben freundliche Geste:
„Der Präsident möchte Ihnen einen freundschaftlich gemeinten Rat geben, Martin Hermannowitsch. Wirbeln sie nicht so viel im fernen Osten herum. Das würde sich gegebenenfalls negativ auf unsere Freundschaft auswirken. Und das wollen wir ja beide nicht, oder?“
Das war eine unverhohlene Drohung.
Ich atmete tief ein und aus, bevor ich antwortete: „Bestellen Sie dem Wladimir Wladimirowitsch einen schönen Gruß von mir, Herr Botschafter. Rußland braucht sich keine Sorgen zumachen!“
„Das ist schön!“ lächelte Pavlov mich diplomatisch an.
Als er mein Büro verlassen hatte, riß ich die Tür zum Nebenzimmer auf, in dem sich Kerstin aufhielt. Sie pflegt meine Gespräche mit dem russischen Botschafter immer höchst persönlich abzuhören.
„Kerstin! Wo steckt Heimlich? Und was hats mit dem „Khedive“ auf sich?“
„Martin – ich bin genauso schlau wie du. Was Weitwinkel und Johanna da in Asien angestellt haben, sollten sie uns am besten selber sagen.“
„Johanna ist aber nicht wieder mit zurück gekommen, wenn ich das richtig mitbekommen habe…“
„Also fragen wir Weitwinkel!“ schlug sie vor.
„Der steckt auf seiner Gurkenplantage.“
„Also los, fahren wir!“ rief sie entschieden, und warf mir ihren Autoschlüssel zu.

Eigentlich – gaaaanz eigentlich – hatte ich auf all das keine Lust. Ich war mit meinen Gedanken gaaaanz woanders.

(Umschnitt Kamera: Kerstin und ich im Auto)

„Martin… komm schon… wer ist die Frau?“
„Wie kommst du drauf, das es eine Frau ist?“
„Orrr….ich kenn dich jetzt lang genug. Du twitterst kaum noch, du bist stiller…abwesender…“
„Soso“
„Und einsilbiger!“
„Wenn du meinst!“
„Du machst kaum noch #NTL und so…“
„…“
Kerstin hat die Gabe, in meinen Kopf zu gucken. Auch wenn ich das nicht mag. Meine einzige Chance ist, nichts zu sagen, mir nichts anmerken zu lassen.
Aber sie ließ auch diesmal nicht locker.
„Es ist nicht wegen Pavlov. AUch nicht wegen dem Golem oder Weitwinkel. Es ist bestimmt ne Frau. Ich bekomm das schon noch raus!“
Seufz – den Satz hatte ich schon ein paar mal gehört – nicht nur von ihr.

Kerstin läßt mich zu gaaanz seltenen Anlässen mal ihr Auto fahren. Wann komm ich sonst zu der Gelegenheit, ein schwarzes Mercedes-Cabrio zu fahren?
Da sie mir offenbar Details entlocken wollte, und nicht locker ließ, schaute ich sie an.
„Martin, guck auf die Straße!…und sag mir endlich, wer die Frau ist. Wenn sich dein Verhalten so radikal ändert, dann tangiert das Dinge, über die ich als deine
Außenministerin und beste Freundin vielleicht bescheid wissen sollte!“
„Vielleicht…vielleicht auch nicht!“
„Orrr!“
„Kerstin… laß es gut sein. Das geht nur mich und mein Herz was an!“
„Ha! Also doch eine Frau! Wußt ichs doch!“
Mist – ich hatte mich dezent verraten. Trotzdem: mauern, mauern, mauern!
„Kerstin…wußtest du, das es in Itzehoe eine überstark geschminkte unfreundliche Eisvertkäuferin gibt?“
„Was???“
Meine Gedanken glitten etwas ab. Ich achtete nicht mehr auf das Auto, nicht mehr auf Kerstin. Erst als sie mich anschrie: „Martin! Paß auf!“
holte sie mich wieder ins hier und jetzt zurück. ich war in meinen Gedanken wohl soweit weg gewesen, daß ich beinahe uns mit 100 Sachen in den Straßengraben befördert hätte.
„Man! Chef! mein Auto! Wenn du da auch nur einen Kratzer reinmachst!…“ sie hielt sich am Amaturenbrett und der Tür fest… „Warum laß ich dich eigentlich meinen Benz fahren?“
„Weil du mich lieb hast, Kerstin!“ antwortete ich spitz.
„Apropos: Weiß Chama…“
„Kerstin – jetzt reichts! Das ist alles meine Sache! Im übrigen sind wir gleich da.“

Ich war mit Kerstin auf dem Weg zu Weitwinkel, der wohl Johanna in Hongkong aus dem Gefängnis befreit hatte, aber ohne diese aus Asien zurückgekehrt war. Wir wollten von ihm wissen, wo Johanna nun abgeblieben war, und was es mit der ganzen Sache auf sich hatte.
Weitwinkel, oder besser gesagt, das snöffische House of Lords, hatten große Ländereien. Gemüseplantagen, Baumschulen, botanische Gärten. Wenn man diese Volksgruppe aus humanoiden Kaninchen, Bären, Murmeltieren, Igeln usw. in meinem Land mit zwei Dingen charakterisieren sollte, so wäre es die Vernarrtheit in Eisenbahnen und Gartenbau.
Und da Weitwinkel sich offensichtlich nicht im Aerarium (unserer chronisch leeren Staatskasse(siehe Weihnachtsfolge 2016 teil3, link oben) befand, lag es nahe, ihn auf der Plantage „Gurki Park“ zu suchen. Offiziell trug sie den Namen „königlich bodelschwingsche Gartenbauanlage“ –
god knows wer sich den Namen ausgedacht hatte. Jedenfalls hatte Weitwinkel (wie könnte es anders sein) hier sogar eine Parkeisenbahn bauen lassen, die zum Abtransport der angebauten Gemüsesorten diente.

Das „Hauptgebäude“ des riesigen Areals war lediglich eine kleine Remise, auf die ich nun zusteuerte.
Mir war danach, Kerstin noch etwas zu erschrecken, daher stieg ich voll in die Eisen, um den Wagen anzuhalten. Der weiße Kies und Schotter staubte auf, und der Wagen drehte sich um 180 grad, bevor er zum stehen kam.
Kerstin sahn mich wütend fauchend an. „Ein Kratzer, Martin! Nur ein Kratzer in dem Benz…ich sags dir!“
Ich blickte sie nur an. „Komm…laß uns unser Karnickel suchen!“

Wir stiegen aus. Das Tor der Remise stand einen Spalt weit offen. Ich klopfte vorsichtig. „Weitwinkel? Sind sie hier?“
Auch Kerstin rief nach unserem lieben Reichskassenwart Athanasius Weitwinkel. „Weeeitwinkel?!“
Da hörte ich es auf einmal im Inneren der Remise rumpeln. Ich öffnete die Tür vorsichtig – oder vielmehr, ich versuchte, sie vorsichtig zu öffnen.
Aber die Tür wurde offenbar von innen aufgedrückt, denn im nächsten Moment sprang sie auf, und ich wurde von einer großen grünen Welle überrollt und zu Boden geworfen.
Die Welle bestand aus: Zucchini.
Die ganze Remise war offenbar angefüllt mit Zucchini.
Und auf einmal tauchten in diesem Berg von Gemüse „plöp-plöp“ zwei lange Ohren auf. Und ein ächzen war zu hören.
„Äähh.. ähh.. mümpf?…mümpf!“ Dann tauchte Weitwinkels Hasenkopf zwischen den Zucchini auf.
Kerstin hatte mir mitlerweile geholfen wieder aufzustehen.
„Huuhuuu!…hallo Chef! Hallo Frau Maier!“ nuschel-wuschelte Weitwinkel, als er sich ebenfalls aus dem grünen Berg befreite.
„Huhu!“ antwortete ich recht kurz und irritiert.
„Weitwinkel…was zum Kuckuck ist das?“
„Ähh…das sind Zucchini, mein Chef!“
„Das sehe ich! Aber in solchen Mengen?“
„Ja…äh…die Ernte ist dieses Jahr überraschend gut ausgefallen…mümpfennämlich!“
(*mein geneigter twitter-Follower wird sich vielleicht erinnern, das meine Ernte im letzten Sommer tatsächlich recht gut war.)

„Das ist ja alles sehr erfreulich, Weitwinkel“, sprach nun Kerstin
„…aber wir sind hier, um von ihnen zu erfahren, wo Johanna abgeblieben ist, warum sie in Hongkong festgenommen wurde, und was sie mit diesem Gerät hier zu tun haben.“
Mit diesen Worten hielt sie ihm einen MagicWand, bzw. einen Nachbau davon unter die Hasennase.
„Ja äh…hm..diese Massagestäbe…darum gehts ja…“ Weitwinkel war sichtlich verwirrt. „Seitdem ich Frau deClerk in Hongkong befreit habe, und mit ihr in Vietnam war, überlege ich die ganze Zeit, wo ich sowas schonmal gesehen habe. Mümpf!“

„Wieso Vietnam? Und wieso haben sie so ein Ding schion mal gesehen?“ fragte Kerstin.
Ich konnte mir allerdings auch nicht vorstellen, das Weitwinkel sich heimlich mit Sexspielzeugen beschäftigte.
„hmmmm…“ Weitwinkel kratzte sich am Hinterkopf. Dann nahm er den MagicWand in die eine Pfote, und hob mit der anderen eine der auf dem Boden herum liegenden Zucchinis auf. Nun betrachtete er abwechselnd den MagicWand in der einen Pfote, dann die Zucchini in der anderen.
Dabei machte er nachdenklich brummende Geräusche.
Das dauerte ein paar Augenblicke, und Kerstin verlor die Geduld.
„Weitwinkel… wir haben nicht den ganzen Tag…“
„Laß ihn, Kerstin“ unterbrach ich sie. „Er macht eine Denkpause… das dauert bei ihm immer etwas.“
Kerstin rollte nur seufzend mit den Augen.

Nach einer Weile sah ich, wie sich Weitwinkels herabhängende Langohren mit einem mal aufrichteten, und er mit einem „ha!“ kurz in die Luft sprang.
„Jetzt hab ichs!“ reif er freudig aus. „jetzt weiß ich, wo und vor allem wann ich so ein Ding schonmal gesehen habe!“
„Na da sind wir ja mal gespannt!“ brummte Kerstin.
„Und? sagen Sie uns das auch, lieber Herr Weitwinkel?“ fragte ich.

Er lächelte über die ganze Breite seines Kaninchengesichtes.
„Ich habe solche Geräte schon mal gesehen. In Berlin. Im dritten Reich! Mümpfennämlich!“
„Was??? What the fuck???“ entfuhr es Kerstin.
Auch ich war einigermaßen konsterniert.
„Weitwinkel, ich weiß ja, das sie sehr alt sind…aber was bitteschön haben sie im dritten Reich gemacht? Mümpf Heil gerufen???“
„…oder Sieg Mümpf?…ahahahahaha“ ergänzte Kerstin – um danach sofort einen Lachflash zu bekommen.
„Was…äh…nein..mümpf! Nazis sind doof. Sehr sogar!“ er war sichtlich verwirrt, da er das Gefühl hatte, wir würden uns über ihn lustig machen (was ja auch etwas zutreffend war).
Daher legte ich meine Hand beruhigend auf seine Schulter.
„nu´ erzählen sie mal..!“
„Also…mümpf… Sie wissen ja, das ich so alt bin, und das das nur so ist, weil ich manchmal mehrere Jahrzehnte am Stück schlafe. Mümpf.“
„Ja, das ist mir bekannt.“
„So…und dann wache ich hin und wieder auf, und weiß nicht, wo ich gerade bin und in welcher Zeit ich gerade wach geworden bin. So war es auch damals. Ich bin durch einen lauten Knall wachgeworden. Sie wissen ja, das ich Angst vor lauten Geräuschen habe…“
„Auch das weiß ich..“
„Nun…ich höre also diesen Knall, und finde mich im Berlin im Jahre 1945 wieder. Um mich herum nur Ruinen, und überall wurde geschossen. Mümpf. Das war sehr schlimm.
Jedenfalls wollte ich diesen garstigen Ort verlassen. Also schnappte ich mir den nächstbesten Militärmantel, und einen Helm dazu, und bin auf der Suche nach einem Weg raus aus Berlinmitten durch die Straßenkämpfe zwischen Roter Armee und Wehrmacht und SS gehoppelt. Ich hatte richtige Todesangst. Mümpfennämlich!“
Seine Miene wurde weinerlich. Daher suchte ich ihn zu trösten.
„Aber sie haben es ja geschafft, lieber Weitwinkel.“
„ja… nämlich… weil ich dann per Zufall in einen Bunker gestolpert bin…“
„Doch nicht etwa in den Führerbunker unter der Reichskanzlei?“ fragte Kerstin sehr skeptisch.
„Nein…der war es nicht. Ich war in einem geheimen Waffenlaboratorium gelandet. Dort standen verschiedene Aparate herum. Unter anderem auch solche Geräte.
Ich erinnere mich jetzt genau: Die Aufschrift lautete „Reichsvibrator / Freudenführer für die deutsche Frau“.
Dabei hatte ich eigentlich nach etwas Eßbarem gesucht. Aber die Möhren und Bananen dort waren alle elektrisch und vibrierten. Mümpf.“

Kerstin hatte sich mitlerweile wieder eingekriegt, und fragte:
„Warum um alles in der Welt sollen die Nazis im Krieg Vibratoren entwickelt haben? Gibts irgendwas, was die nicht entwickelt haben?“
„Naja… vielleicht.. als Trost – wenn alle Männer an der Front sind..damit die Frauen daheim nicht so einsam sind…was weiß ich?!“ mutmaßte ich.
„Und wie sind sie dann aus Berlin herausgekommen?“ fragte ich ihn dann weiter.
„Nun… ich habe in der Nähe des Laboratoriums in einem Unterstand eine Luftwaffenpilotin gefunden, die eines der letzten Flugzeuge raus aus der umkämpften Stadt fliegen wollte. Da ich kein Geld hatte, habe ich so ein vibrierendes Gerät gegen einen Sitzplatz und etwas zu Essen eingetauscht. Dann sind wir im Tiefflug über Berlin und die norddeutsche Tiefebene nach Schleswig-Holstein geflogen.
Beim Abschied meinte die Pilotin, diese vibrierenden Geräte würden sie auf eine Geschäftsidee für nach dem Krieg bringen. Und dann bin ich wieder eingeschlafen, bis kurz vor ihrer Geburt, mein Chef! Mümpfennämlich!“
Ich seufzte.
Kerstin stand unbeweglich da. „Eine.deutsche.Luftwaffenpilotin?“ fragte sie nur konsterniert.
„Jawohl. Mümpf!“ betonte Weitwinkel.
Ich mußte mir unweigerlich die Hände vors Gesicht halten. Das war einfach zu abenteuerlich.
„Weitwinkel…sie erzählen mir gerade ernsthaft, das sie Beate Uhse getroffen haben, und ihr mit Hilfe geheimer deutscher Vibratorentwicklung die Idee vom ersten Erotikversand gesteckt haben??“
„So wird es wohl gewesen sein. Den Namen der Pilotin hab ich nie erfahren…“
Kerstin sah zu mir herüber und schüttelte nur den Kopf…:“ Ich stell mir grad vor, wie Wernher von Braun in Peenemünde anstatt Raketen riesige Dildos in den Himmel gejagt hat!“ – dann bekam sie wieder einen Lachflash.

Abermals seufzte ich.
„Weitwinkel…das ist eine sehr schöne Geschichte.das erklärtaber immer noch nicht, wo Johanna ist, und was da in Asien passiert ist….das ist der Grund warum wir hier sind!“
„Achso…ja..mümpf! Aaaalso…dann erzähle ich Ihnen das mal:…“

Und dann begann er, uns von seinem und Johannas Abenteuer in Hongkong und Vietnam in aller Ausführlichkeit zu berichten.

to be continued…
Letzter Teil -HIER

Ein Gedanke zu “Rubber, Rabbits and the MagicWand – Teil 6

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